FC Aarau

Direkter Wiederaufstieg: Die Mission des Livio Bordoli

Trainer Livio Bordoli dirigiert den FCA - Mit der Bilanz des FCA nach zehn Spielen ist er nicht zufrieden.

Trainer Livio Bordoli dirigiert den FCA - Mit der Bilanz des FCA nach zehn Spielen ist er nicht zufrieden.

Es ist 123 Tage her, seit Livio Bordoli vom FC Aarau als neuer Cheftrainer verpflichtet worden ist und die Mission direkter Wiederaufstieg angetreten hat. Es waren 123 Tage mit einigen Höhepunkten, aber vielen Tiefschlägen.

Nach dem verpatzen Saisonstart mit drei Punkten aus sechs Spielen hat sich die Mannschaft zwar etwas gefangen, die Kritik am Trainer aber blieb. Besonders in den Tagen vor dem Cup-Sechzehntelfinal gegen den Erstligisten La Chaux-de-Fonds (3:0) ging es für Bordoli um Sein oder Nichtsein.

«Die Kritik auf sportlicher Ebene kann ich akzeptieren, nicht aber die Lügen. Das geht nicht», sagt Bordoli. Er widerspricht den Vorwürfen, dass innerhalb der Mannschaft Unruhe herrscht, vehement: «Noch nie in meiner Laufbahn habe ich in einem Team eine so gute Stimmung erlebt», sagt er. «Seit ich beim FC Aarau bin, ist noch nie ein Spieler gekommen und hat sich bei mir beschwert.»

Natürlich ist Bordoli klar, dass die aktuell unbefriedigende Platzierung des FC Aarau mit dem vorletzten Rang in der Challenge League öffentlich für Unmut sorgt. Entsprechend fällt auch die Bilanz des Cheftrainers nach zehn Partien der Saison aus: «Wir haben zu wenig Punkte geholt. Deshalb bin ich nicht zufrieden. Wir müssen effizienter werden, dann liegt auch mehr drin», sagt er.

Das Glück des FCA ist es, dass sich die Challenge League in der laufenden Saison so ausgeglichen präsentiert wie noch nie. Gerade einmal neun Punkte Rückstand hat das Team von Bordoli auf Leader Lausanne, nur deren fünf sind es gar auf den Zweitplatzierten FC Biel.

Dass die Aarauer trotz ihrers Saisonstarts nicht Letzter sind, hat aber auch damit zu tun, dass sich das Team resultatmässig in den vergangenen Wochen gesteigert hat. Acht Punkte holten die Aargauer dank der beiden Heimsiege gegen Xamax (2:1) und Schaffhausen (2:0) sowie den beiden Unentschieden auswärts gegen Lausanne (1:1) und Le Mont (0:0) in den vergangenen vier Spielen.

«Situation anders vorgestellt»

Die Resultate täuschen zwar ein wenig über die durchzogenen Leistungen. Trotzdem: Nachdem Bordolis Stuhl noch vor wenigen Tagen wackelte, hat er nach den letzten Resultaten wieder einen festeren Stand. «Das Präsidiums hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Da bin ich schon sehr dankbar», erklärt der Trainer. «Mir gegenüber war eine Entlassung nie ein Thema. Gerade wenn man den missglückten Saisonstart betrachtet, ist das nicht selbstverständlich.»

Zwar spürt Bordoli den Erfolgsdruck, aber er fühlt sich wohl in Aarau. «Ich habe mir die Situation sicherlich anders vorgestellt, aber ich habe mich hier gut eingelebt. Der FC Aarau ist ein besonderer Verein, das spürt man.»

Dass in den vergangenen Partien endlich auch der Brasilianer Carlinhos in Fahrt gekommen ist, stärkt Bordolis Position im Brügglifeld. Er hatte den 21-Jährigen kurz nach dessen Verpflichtung als Schlüsselspieler bezeichnet und damit im Umfeld des Klubs für Stirnrunzeln gesorgt. «Ich wusste, dass er seine Zeit brauchen würde, aber ich war von seiner Qualität überzeugt», sagt Bordoli. Tatsächlich: Carlinhos hat mittlerweile drei Kilogramm abgenommen, seine Kondition verbessert und nimmt immer mehr Einfluss aufs Spiel. Zuletzt war er gar Doppeltorschütze beim 2:0-Sieg gegen Schaffhausen.

Bordoli ist überzeugt, dass die Mannschaft ihr Potenzial im bisherigen Saisonverlauf bei weitem nicht ausgeschöpft hat. Ob die noch vorhandene Luft nach oben auch dafür reicht, das ursprünglich verkündete Saisonziel des direkten Wiederaufstiegs in die Super League zu schaffen, muss sich in den kommenden Wochen und Monaten weisen. Livio Bordolis Mission beim FC Aarau ist auf jeden Fall klar: Er muss das Potenzial des Teams komplett ausschöpfen.

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