Das darf nicht wahr sein! Dieser Gedanke dürfte vielen Personen im Umfeld des FC Aarau am Sonntagnachmittag beim Blick auf die Ergebnisse in der Super League durch den Kopf gegangen sein. 

Am Samstag war der FCA in einem chancenarmen Heimspiel gegen den FC Zürich zu einer torlosen Punkteteilung gekommen. «Ein gerechtes Ergebnis», resümierte Abwehrspieler Marco Thaler. Hingegen tat sich Cheftrainer Raimondo Ponte schwer, die richtigen Worte zur Leistung seiner Schützlinge zu finden: «Wir müssen es positiv nehmen. Zweimal sind wir nun ohne Gegentreffer geblieben.»

FC Aarau - FC Zürich 0:0: Interview mit FCA-Spieler Marco Thaler sowie die Pressekonferenz mit Raimondo Ponte und Urs Meier.

FC Aarau - FC Zürich 0:0: Interview mit FCA-Spieler Marco Thaler sowie die Pressekonferenz mit Raimondo Ponte und Urs Meier.

Unentschieden gegen den FCZ verliert massiv an Wert

Auch Ponte wusste, dass der Wert des Unentschiedens erst tags darauf einzuschätzen sein würde. Es sollte der Worst Care eintreffen. Der FC Aarau ist der grosse Verlierer der Runde, weil die Abstiegskontrahenten aus Luzern (2:1 in Basel) und Vaduz (2:1 in St. Gallen) ihre Auswärtsspiele jeweils gewinnen konnten. Dadurch ist der Rückstand auf das rettende Ufer wieder angewachsen. Sieben Spieltage vor dem Ende der Saison sind es nun wieder sieben Punkte, die die Aarauer aufzuholen haben.

Besonders bitter: Nachdem der FCA in der Vorwoche mit einem 2:0-Auswärtserfolg im Direktduell gegen Vaduz wieder Hoffnung geschöpft hatte, war es nun der Aufsteiger aus dem Ländle, dessen glückhafter Sieg für einen erneuten Rückschlag sorgte. Die Liechtensteiner setzten sich in St. Gallen dank zwei Abwehrgeschenken der Gastgeber durch. Einmal mehr war es der ehemalige FCA-Spieler Pascal Schürpf, der den Siegestreffer erzielte. Er hatte sich bereits in den beiden Vaduzer Gastspielen auf dem Brügglifeld als Torschütze feiern lassen können.

Ponte will die Hausaufgaben machen

Am Sonntag sass Raimondo Ponte im Letzigrund, wo er den kommenden Gegner YB beobachtete. «Natürlich sind die Ergebnisse nicht angenehm», so Ponte, «doch ich kann es nur wiederholen. Wir können keine Hilfe von aussen erwarten. Vielmehr haben wir unsere Hausaufgaben zu machen.» Diese Ansicht teilt Marco Thaler: «Wir müssen auf uns schauen und selbst möglichst viele Punkte holen», so der 20-jährige Verteidiger vor der englischen Woche mit den Spielen gegen die Young Boys (Mittwoch) und Luzern (Sonntag).

Der FC Aarau wird sich vor allem offensiv steigern müssen. In elf Partien in diesem Jahr blieb Aarau sieben Mal ohne eigenen Treffer. «Die Spiele werden durch Tore entschieden», stellt auch Ponte klar. In den fünf Wochen seit Amtsantritt gelang ihm eine augenfällige Stabilisierung der Defensive, doch die altbekannten Schwächen im Angriff sind weiterhin eine grosse Hypothek im Abstiegskampf.

Die sportliche Situation präsentiert sich sehr düster. Die Ergebnisse sind beinahe schon als «Todesstoss» für den FC Aarau zu sehen. Es bleibt die Hoffnung am grünen Tisch - wie 2002, als sich der FCA nur aufgrund von Lizenzentzügen anderer Clubs in der obersten Spielklasse hielt.

Am Montag wird die Swiss Football League erstinstanzlich ihre Entscheidungen in Sachen Lizenzen für die kommende Spielzeit kommunizieren; vor allem Servette, Thun (beide Finanzen) und Wohlen (Infrastruktur) gelten als Wackelkandidaten.