FC Aarau

Die gemischten Gefühle des FC Aarau nach dem 2:2 in St. Gallen

Das Team von Sven Christ und St. Gallen trennen sich in einem intensiven, temporeichen und hektischen Spiel 2:2. Eine Woche vor dem Heimspiel gegen GC zeigt der FC Aarau beim Unentschieden in der AFG-Arena eine starke Willensleistung.

2:0, ja sogar 3:0 hätte der FC St. Gallen gegen Aarau nach 20 Minuten führen können, ja führen müssen. Nach dem Schlusspfiff mussten die Ostschweizer allerdings froh sein, wenigstens einen Punkt gewonnen zu haben.

Natürlich fiel Aaraus Führungstreffer von Luca Radice nach knapp einer halben Stunde wie aus dem Nichts. Natürlich hatte Aarau in einigen Situationen Glück, grosses Glück sogar: Dennoch hätte sich die Mannschaft von Trainer Sven Christ nach dem 1:0 die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen dürfen.

St. Gallen war nach dem Rückschlag geschockt. Und wie! Aarau setzte nach. Radice hatte das 2:0 auf dem Fuss, scheiterte aber an Daniel Lopar. Dann holte Stéphane Besle Stephan Andrist innerhalb des Strafraums von den Beinen – aber die Pfeife von Schiedsrichter Alain Bieri blieb stumm.

Die schnelle St. Galler Reaktion

Trotz des nicht gepfiffenen Penaltys meinte es der Fussballgott nicht schlecht mit dem FC Aarau: Nach 66 Minuten und dem Kopfballtreffer von Juan Pablo Garat zum 2:0 bog der Aussenseiter nämlich auf die Siegesstrasse ein.

Der FC St. Gallen wankte, aber er fiel nicht. Dzengis Cavusevic gelang kurze Zeit später der Anschlusstreffer. Der Slowene profitierte von einem Blackout Joël Malls und schoss den Ball aus spitzem Winkel ins Tor. Der Treffer beflügelte den Heimklub.

Bunjakus 2:2 in der 83. Minute, dem eine abseitsverdächte Position von Rodriguez vorausgegangen war, war der Auftakt einer packenden Schlussphase, in der Aarau dem Siegestreffer näher war als der Gegner. Hätte Daniel Gygax eine seiner zwei hochkarätigen Möglichkeiten genützt, wäre Christs Team als Sieger vom Platz gegangen.

Die Aarauer Tore aus dem Nichts

Weil man mit dem Konjunktiv keine Spiele gewinnt, trennten sich die beiden Mannschaften schliesslich 2:2. Und dieses Unentschieden geht durchaus in Ordnung. Der FC Aarau geriet in der Startphase nämlich enorm unter Druck.

St. Gallen powerte und powerte und powerte – aber das erste Tor schoss der Gegner. Radice traf nach einer herrlichen Kombination über Sandro Wieser, Sven Lüscher und Andrist. St. Gallen wähnte sich im falschen Film.

Albert Bunjaku mit einem Pfostenschuss (5.), Marco Aratore alleine vor Joël Mall (9.) und Stéphane Besle mit einem Kopfball (21.) vergaben vor Radices Treffer drei hochkarätige Möglichkeiten. Gleiches Bild zu Beginn der zweiten Hälfte: Cavusevic, Bunjaku und Geoffrey Tréand hatten den Ausgleich auf dem Fuss.

Den Sieg in griffweite gehabt

Statt 1:1 hiess es plötzlich 0:2. Garat köpfelte den Ball nach einem Corner Sven Lüschers und einer unfreiwilligen Verlängerung von Ermir Lenjani ins Tor. Dass Cavusevic und Bunjaku für die St. Galler aus dem 0:2 noch ein 2:2 machten, war verdient.

Für Jeff Saibene war der Punktgewinn allerdings zu wenig. «Wir hätten während der starken Startphase mindestens einen Zweitore-Vorsprung herausholen müssen», sagte der Trainer des FC St. Gallen. Und Sven Christ wusste nicht so recht, ob er lachen oder weinen sollte. «Eigentlich hatten wir die Partie nach der 2:0-Führung im Griff», sagte der Chef des FC Aarau. Eigentlich schon ja.

St. Gallen - Aarau 2:2 (0:1)

11'880 Zuschauer. - SR Bieri. - Tore: 26. Radice (Andrist) 0:1. 65. Garat (Lüscher) 0:2. 72. Cavusevic (Besle) 1:2. 83. Bunjaku (Rodriguez) 2:2.

St. Gallen: Lopar; Mutsch, Montandon (42. Kapiloto), Besle, Lenjani; Tréand (69. Karanovic), Janjatovic, Mathys, Aratore (58. Roberto Rodriguez); Bunjaku, Cavusevic.

Aarau: Mall; Nganga, Garat, Thaler (80. Bulvitis), Jaggy; Burki, Wieser (46. Gygax); Andrist, Lüscher, Radice; Senger (70. Mickels).

Bemerkungen: St. Gallen komplett; Everton, Trier, Russo und Sikorski (alle nicht im Aufgebot). 42. Montandon verletzt ausgetreten (Verdacht auf Hirnerschütterung). Aarau ohne Feltscher, Gauracs und Jäckle (alle verletzt) und Djuric (Trainingsrückstand). 5. Pfostenschuss von Bunjaku. 91. Tor von Nganga aberkannt (abseits). Verwarnungen: 14. Thaler (Foul). 81. Mutsch (Foul). 92. Andrist (Spielverzögerung).

Coverit Liveticker FC St. Gallen vs. FC Aarau

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