FC Aarau

Der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Pfosten beim FC Aarau

FCA-Torhüter Ulisse Pelloni (links) muss sich Biels Liga-Topskorer Antonio Marchesano beim Penaltyduell geschlagen geben.freshfocus

FCA-Torhüter Ulisse Pelloni (links) muss sich Biels Liga-Topskorer Antonio Marchesano beim Penaltyduell geschlagen geben.freshfocus

Nach der Niederlage in Biel will sich Aarau-Trainer Marco Schällibaum in der Goalie-Frage bald entscheiden. Die Situation sei so, dass Aarau mit Pelloni und Deana nicht einfach eine klare Nummer 1 und 2 im Team habe.

Drei Mal musste Ulisse Pelloni während der Partie vom Sonntag den Ball aus dem Netz fischen. Sein FC Aarau unterlag dem FC Biel mit 1:3. Während dem 21-Jährigen bei den Gegentoren zwei und drei keine Schuld angelastet werden kann, sieht er beim 0:1 durch Kololli in der 3. Minute zumindest unglücklich aus. Einen Freistoss aus über 30 Metern Entfernung, wenn auch gut getreten, hält Pelloni an einem guten Tag.

Der neue Trainer Marco Schällibaum hatte seinen beiden Goalies Steven Deana (0:3 gegen Lausanne) und Pelloni (2:0 gegen Le Mont) je eine Chance zur Bewährung gegeben. Danach entschied er sich für die dritte Partie unter seiner Leitung für Pelloni. Ist der Tessiner nun die Nummer 1 des FCA? «Ich habe noch keinen definitiven Entscheid gefällt. Die Situation ist so, dass wir nicht einfach eine klare Nummer 1 und 2 im Team haben. Beide Torhüter haben ihre Qualitäten – aber auch ihre Fehler», sagt Schällibaum am Tag nach der Biel-Pleite. «Die Team-Hierarchie ist für mich ein wichtiger Fakt. Deshalb ist mir klar, dass ich mich bald einmal entscheiden muss.»

Vorbildliche Arbeitseinstellung beider Goalies

Bei der Entscheidungsfindung für eine klare Nummer 1 baut der Cheftrainer auf die Unterstützung von Goalietrainer Swen König. Dieser hält für seine beiden Schützlinge in erster Linie lobende Worte bereit: «Ich muss den beiden für ihren professionellen Umgang mit der schwierigen Situation ein ‹Kränzli› winden», sagt König. In der Tat könnten es die beiden Torhüter – oder zumindest einer von ihnen – einfacher haben: Pelloni startete nach der Vorbereitung im Sommer als Titular in die Saison. Doch nach drei Spielen setzte Schällibaums Vorgänger Livio Bordoli dem Tessiner ohne ersichtlichen Grund Deana vor die Nase. Seit Bordolis Entlassung ist das Torhüter-Duell um den Platz in der Startformation wieder völlig offen. In der Meisterschaft kommt Pelloni bisher auf sechs Einsätze, Deana auf deren neun.

Die beiden Goalies sind an ihrer momentanen Situation allerdings nicht ganz unschuldig. König formuliert das aus einer positiven Sichtweise so: «Es würde die Entscheidung natürlich vereinfachen, wenn einer der beiden Torhüter ‹Eier› kassieren würde – aber das ist nicht der Fall.» Aus einer entgegengesetzten Perspektive könnte man auch sagen, dass sich bisher noch keiner der beiden Torhüter mit herausragenden Leistungen als klare Nummer 1 hat herauskristallisieren können.

Wer gegen Chiasso spielt, ist offen

Dass Pelloni und Deana weiterhin um den Platz an der Sonne kämpfen, spürt König in seiner täglichen Arbeit: «Für mich bedeutet das mehr Gespräche mit ihnen. Das ist ab und an auch unangenehm, weil derjenige, der nicht spielt, mit einer Enttäuschung umgehen muss.» In dieser Situation zeigt sich für den 30-Jährigen aber die Charakterstärke seines Goalie-Duos: «Wer nicht spielt, unterstützt den anderen. Genau so muss es sein. In unserer aktuellen Lage gehört das Ego jedes Einzelnen in den Hintergrund. Das machen sie hervorragend.»

Wer am kommenden Samstag (17.45 Uhr) beim Heimspiel gegen den FC Chiasso das Tor des Challenge-League-Schlusslichts hüten wird, lässt Schällibaum offen. Es bleibt weiterhin spannend im Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Pfosten beim FC Aarau.

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