FC Aarau

Captain Burki: «Wir dürfen Bordoli nicht zum Alibi für alles Schlechte machen»

Sandro Burki spricht über die Entlassung von Livio Bordoli, unter dem er oft auf der Bank Platz nehmen musste.

Sandro Burki spricht über die Entlassung von Livio Bordoli, unter dem er oft auf der Bank Platz nehmen musste.

FC-Aarau-Captain Sandro Burki spricht im Interview über die sportliche Talfahrt und die Trennung von Trainer Livio Bordoli. Die Woche, als dieser ihn auf die Bank setzte, sei brutal gewesen. «Ich erhielt keine Begründung.»

Sandro Burki, weinen Sie Livio Bordoli eine Träne nach?

Sandro Burki: Ich bin grundsätzlich kein Mensch, der schnell weint. Zudem kann ich die Vergangenheit nicht beeinflussen und schon gar nicht verändern. Ich schaue immer nur nach vorne.

Wie gross war die Erlösung, als Sie Anfang Woche von der Freistellung Bordolis erfahren haben?

Erlösung ist ein hartes Wort. Ausserdem ist es ja nicht so, dass die Freistellung aus dem Nichts kam. Schauen wir den Tatsachen ins Gesicht: Wir sind Vorletzter der Challenge League! Das ist schlecht. Gut ist, dass jetzt ein neues Kapitel beginnt.

Hört man sich bei den Spielern des FC Aarau um, war der Trainer der Hauptgrund für die sportliche Talfahrt. Ist das so?

Wir dürfen den Trainer auf keinen Fall zum Alibi für alles Schlechte machen. Ich habe in meinem Leben eines gelernt: Man soll in schlechten Zeit zuerst vor der eigenen Türe wischen. Es ist aber so viel Negatives passiert, dass ich voll und ganz hinter dem Entscheid der Klubführung stehe.

Neuer Trainer gesucht: FCA-Sportchef Raimondo Ponte spricht bei «Tele M1» über die Entlassung von Livio Bordoli.

Raimondo Ponte: Der Sportchef des FC Aarau über die Entlassung von Livio Bordoli.

Machen Sie sich im Nachhinein Vorwürfe?

Gegenfrage: In welchen Punkten sollte ich mir Vorwürfe machen?

Nun, Sie sind der Captain: Sie hätten sich viel früher zur Wehr setzen können. Sie hätten beispielsweise Sportchef Raimondo Ponte über die schlechte Atmosphäre zwischen Trainer und Spielern in Kenntnis setzen können.

Diesbezüglich muss ich ganz klar sagen: Nein! Ich mache mir keine Vorwürfe. Der Trainer kannte meine Meinung. Es liegt nun wirklich nicht an mir, den Trainer in Frage zu stellen. Er ist mein Chef. Ich würde mit jedem Trainer auf dieser Welt zusammen arbeiten. Schliesslich bin ich ein Angestellter des FC Aarau und habe das zu tun, was mein Vorgesetzter von mir verlangt.

Sprechen wir über Livio Bordoli: Was ist er für ein Mensch?

Neben dem Spielfeld ist Bordoli ein guter und umgänglicher Typ.

Und auf dem Spielfeld?

Noch einmal: Es liegt nicht an mir, den Trainer für seine Arbeit zu beurteilen. Wir haben alle Fehler gemacht.

Etwas konkreter: Welche Vorwürfe machen Sie ihm?

Dazu möchte ich nichts sagen.

Warum fällt Ihre Kritik am Trainer, der Sie gegen Xamax und Le Mont ohne triftigen Grund auf die Ersatzbank verbannt hat, nicht heftiger aus?

Ich löse meine Probleme intern und gehe damit nicht gerne an die Öffentlichkeit. Aber eines steht fest: Die Woche mit den von Ihnen erwähnten Spielen war brutal für mich. Ich hatte keine Ahnung, warum mich Bordoli auf die Ersatzbank verbannt hat. Ich erhielt keine Begründung. Glücklicherweise habe ich ein intaktes, privates Umfeld, das mir in dieser schwierigen Zeit besonders wichtig war.

FC-Aarau-Trainer Livio Bordoli entlassen

FC-Aarau-Trainer Livio Bordoli entlassen

Nun ist Bordoli weg: Startet der FC Aarau jetzt durch?

Halt! Wir müssen realistisch bleiben und zuerst aus dem Tabellenkeller kommen. Der neue Trainer darf nicht allzu stark unter Druck gesetzt werden. Nehmen wir doch einfach Spiel für Spiel.

Was trauen Sie dem Team in den restlichen sieben Spielen bis zur Winterpause zu?

Sehr viel. Die Mannschaft hat Potenzial. Damit gewinnt man aber keine Punkte. Es kann aber nicht sein, dass der FC Aarau in der Challenge League ein Abstiegskandidat ist.

Liegt in dieser Saison sogar noch der Aufstieg drin?

Es ist der falsche Zeitpunkt für diese Frage.

Wer ist Ihr Wunschkandidat für die Nachfolge Bordolis?

Es liegt nicht an mir, Namen zu nennen. Der neue Trainer sollte eine positive Art haben. Er muss die Spieler und das ganze Umfeld des FC Aarau begeistern können.

Alle Trainer des FC Aarau seit 1981:

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