Haben Sie sich auch schon mal gewünscht, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten? Vielleicht erst um 8 oder 9 Uhr statt schon um 7 Uhr im Büro zu erscheinen? Sven Christ macht’s möglich. Am Tag nach dem 2:1-Erfolg in Luzern im Cup-Achtelfinal gab der Trainer des FC Aarau dem Team ein Zeitfenster für das Training.

In der Zeit zwischen 9 und 12 Uhr konnten die Spieler frei entscheiden, wann sie ihr Pensum bewältigen. Und nicht nur das: Sie hatten sogar die Wahl zwischen Auslaufen, Stretching, Massage, Velo fahren und einem Bad im eiskalten Wasser.

Appell an die Eigenverantwortung der Spieler

Christ geht in seinen Trainingsmethoden also neue Wege und appelliert dabei an die Eigenverantwortung der Spieler. «Die Idee dieses Zeitfensters hatte Rehabilitationstrainer Reto Jäggi», stellt Christ klar. «Das Ganze kommt bei den Spielern sehr gut an. Ich gebe ihnen zwar einen klaren Rahmen vor, aber dieser Rahmen muss nicht zwingend viereckig sein. Wir müssen den Mut haben, etwas auszuprobieren.»

Neu ist beispielsweise auch der Athletik-Tag. Drei Tage nach einem Spiel legt Trainer Robert Meyer das Augenmerk auf Ausdauer, Kondition und Kraft. Die Power ist die eine Seite, die Erholung die andere: Nach den kräfteraubenden Einsätzen der vergangenen Tage legt Christ grossen Wert auf Erholung und Regeneration.

Spieler sprechen gut auf spezelle Methoden an

Für Sandro Burki ist die flexible Arbeitszeit eine Premiere. «Sven Christ verlangt extrem viel von uns, bietet uns aber gleichzeitig viel Freiraum», sagt der Captain des FC Aarau. «Ein Zeitfenster beim Training habe ich noch bei keinem Trainer erlebt. Es ist eine tolle Idee. Ich stehe am Morgen gerne zeitig auf und bin deshalb früh im Brügglifeld.»

Dass Christ mit speziellen Trainingsmethoden arbeitet und dabei voll auf die Gruppendynamik setzt, kommt bei den Spielern gut an. Und mit dem Gewinn von 15 Punkten aus 13 Spielen in der Meisterschaft und der Qualifikation für die Cup-Viertelfinals stimmen auch die Resultate.