FC Aarau

Bachmann: «Man wechselt den Trainer nicht anhand von zwei Spielen»

In der Sendung «TalkTäglich» spricht Sportchef Urs Bachmann mit mit François Schmid-Bechtel, Sportchef der Aargauer Zeitung, und Moderator Stefan Schmid (von links) über das grosse Tief beim FC Aarau.

In der Sendung «TalkTäglich» spricht Sportchef Urs Bachmann mit mit François Schmid-Bechtel, Sportchef der Aargauer Zeitung, und Moderator Stefan Schmid (von links) über das grosse Tief beim FC Aarau.

Urs Bachmann, Sportchef des FC Aarau, war zu Gast in der Sendung «TalkTäglich». In der Diskussion mit François Schmid-Bechtel, dem Sportchef der Aargauer Zeitung, nahm er Stellung zu der aktuell schwierigen Situation des FC Aarau.

Die Statistik spricht klare Worte: Aus den letzten zehn Spielen resultieren nur drei Punkte, die Duelle gegen direkte Konkurrenten wie Vaduz oder Luzern wurden jüngst allesamt verloren – und das auf teils blamable Art und Weise. Der letzte Sieg datiert auf den 5. Oktober vergangenen Jahres (3:2 gegen YB), seitan hat die Aarauer Offensive gerademal drei Tore erzielt.

Kaum Punkte für den FC Aarau: Der Spielplan Stand 24. Februar 2015.

Kaum Punkte für den FC Aarau: Der Spielplan Stand 24. Februar 2015.

Der FC Aarau befindet sich nach dem guten Saisonstart auf einer sportlichen Talfahrt und ist nach Verlustpunkten auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. «Solche Niederlagen schmerzen natürlich. Während die spielerische Leistung in Vaduz nicht schlecht war, gibt vor allem die Einstellung der Mannschaft gegen Luzern zu denken», sagt FCA-Sportchef Urs Bachmann.

Tief nach unten gerutscht: Die Super-League-Tabelle, Stand 25. Februar 2015.

Tief nach unten gerutscht: Die Super-League-Tabelle, Stand 25. Februar 2015.

Der Druck von aussen steigt

Negative Vorfälle neben dem Platz sorgten in der letzten Zeit vermehrt für Schlagzeilen. Neben dem Brutalo-Foul von Sandro Wieser an Gilles Yapi im Spiel gegen Zürich, sorgten Spieler wie Andrist (benannte sich selbst als Schwalbenkönig), Gygax (provozierte Trainer Sven Christ nach einem Tor im Testspiel gegen Baden) oder erneut Wieser (rastete in einem U21-Testspiel gegen Schöftland aus und erhielt die Rote Karte) für viel Kritik.

Nur für Hartgesottene: Das Brutalo-Foul von Wieser im Video

Nur für Hartgesottene: Das Brutalo-Foul von Wieser im Video

«Für ein Foul kann der Trainer nichts»

Der Verein habe sich in diesen Situationen schlicht und einfach falsch verhalten, moniert Francois Schmid-Bechtel, Sportchef der Aargauer Zeitung. «Wir haben daraus gelernt. Die Spieler müssen von uns mehr begleitet werden. Der Druck von aussen steigt, vor allem nach solchen Ereignissen», entgegnet Bachmann. «Für das Foul oder den Ausraster kann aber beispielsweise der Trainer nichts.»

Die Reaktion von Gygax sei eine nachvollziehbare Reaktion gewesen, in welcher die Emotionen mit dem Spieler durchgingen, so Bachmann weiter.

Anders sieht dies Schmid-Bechtel: «Man muss den Trainer für diese Vorfälle in die Verantwortung nehmen. Es wurden viele falsche Zeichen an die Mannschaft gesendet, vor allem als er nach der Geste von Gygax die Mannschaft mit einem Mann weniger zu Ende spielen liess.»

Bären-Talk: Urs Bachmann über die Leistungen von Trainer Sven Christ

«Guter Geist»: So sprach Urs Bachmann im Dezember 2014 im «Bären-Talk» über die Leistungen von Trainer Sven Christ.

Alles Zeichen der Aarauer Fragilität? «Ein einzelnes Ereignis wie das Foul von Wieser hat den ganzen Verein ins Kippen gebracht – man erkennt, dass der FC Aarau sehr labil ist», sagt Schmid-Bechtel.

«Das Spiel gegen Zürich war sicherlich ein Knackpunkt. Dennoch muss man auch sehen, dass beispielsweise Sandro Wieser über Wochen medial zerrissen wurde und die Unruhen so auch von aussen gekommen sind», kontert Bachmann. Wie so oft steht Aussage gegen Aussage, mit der sich Sandro Wieser ebenfalls diese Woche vor der Staatsanwaltschaft verantworten muss. Zumindest gesteht Bachmann ein, dass das Foul von Wieser sicherlich nicht der einzige Auslöser gewesen sei.

«Freude und Selbstvertrauen fehlen»

Vielmehr gehe es um eine Anhäufung von Ereignissen, resultierend aus den schmalen Strukturen beim FC Aarau. «Was in der Führungsetage von Aarau fehlt, sind die sportlichen Innovationen. Beispielsweise wurde nach dem Abgang des Stürmers Artur Ionita kein valabler Ersatz gefunden», attestiert Schmid-Bechtel.

Dazu Bachmann: «Wir haben ein gutes Kader, mit dem der sportliche Erfolg sicherlich möglich ist.» Was fehlt, sei die Freude, die positive Einstellung und ein gewisses Selbstvertrauen, das in Aarau vermehrt an den Tag gelegt werden muss.

Betreffend Trainer will sich Bachmann indes nicht auf Diskussionen einlassen: «Die Eindrücke in den Trainings zeigen mir immer wieder, dass Sven Christ die Mannschaft erreicht. Die Trainingseinheiten sind intensiv und konzentriert. Und ein Ultimatum hat in der Vergangenheit ebenfalls gezeigt, dass es von kontraproduktiver Natur ist.»

Dennoch: Explizit widersprochen hat Bachmann der Forderung nach dem sofortigen Trainerwechsel nicht. Sucht Aarau also bereits nach einem Nachfolger von Sven Christ? Einzige Antwort von Bachmann: «Ein Trainerwechsel ist immer ein Münzwurf. Man hat eine 50 zu 50 Chance, dass die erhoffte Steigerung eintrifft.»

Krise beim FC Aarau – wie weiter?

Krise beim FC Aarau – wie weiter? Sehen Sie hier die ganze «TalkTäglich»-Sendung.

Meistgesehen

Artboard 1