Challenge League

Als in Aarau mit Dante Senger noch die Sonne aufging

Dante Adrian Senger wechselte nach drei Jahren beim FC Aarau zu Xamax. «Ich vermisse das Team und die Fans», sagt er kurz vor dem Wiedersehen.

Dante Adrian Senger wechselte nach drei Jahren beim FC Aarau zu Xamax. «Ich vermisse das Team und die Fans», sagt er kurz vor dem Wiedersehen.

Der Stürmer trifft nach seinem Wechsel zu Xamax heute auf seine ehemaligen Teamkollegen des FC Aarau. Er vermisst seine früheren Freunde und freut sich auf das Spiel im Brügglifeld.

Wenn heute Abend die elektronischen Klänge von «Blue Monday» durch das Aarauer Gönhard-Quartier hallen, dann steht für einen Spieler ein spezieller Gang an: Stürmer Dante Adrian Senger wird erstmals nach seinen drei Jahren beim FC Aarau nicht im Dress des Heimteams, sondern in demjenigen des Gastes ins Stadion Brügglifeld einmarschieren.

Nach dem Ablauf der vergangenen Saison mit dem Abstieg des FCA aus der Super League hat der 32-jährige Argentinier zu Neuchâtel Xamax gewechselt – vom Absteiger in die Challenge League also zum Aufsteiger in dieselbe Liga. Obwohl Senger den Klub erst vor zweieinhalb Monaten verlassen hat, ist die Akte FC Aarau für ihn abgehakt – zumindest auf professioneller Ebene. «Mir fehlt nicht der FCA als Klub. Ich vermisse das Team und die Fans», sagt er beim Treffen ein paar Tage vor seiner ersten Rückkehr als gegnerischer Stürmer.

Wenn er auf seine Zeit in Aarau zurückblickt, dann macht er das ruhig und sachlich. Emotional wird er nur dann, wenn es um seine ehemaligen Teamkollegen oder eben die Fans geht. Seinen Abgang betrachtet er sehr nüchtern, obwohl er gerade in dieser Hinsicht durchaus Grund zu Aversionen gegen seinen Ex-Klub haben könnte.

Eine neue Offensivkraft

Senger, dessen Vertrag per Ende der vergangenen Saison ausgelaufen war, hatte in der Sommerpause vom FC Aarau ein neues Vertragsangebot erhalten. Zu tieferen Konditionen zwar als noch in der Super League, doch damit erklärt sich sein Abgang noch nicht. Denn für Senger war ein Hinweis des FCA ausschlaggebend, sich einen neuen Klub zu suchen: Die Verantwortlichen teilten ihm gleichzeitig mit dem Vertragsangebot mit, dass die Prioritäten nicht bei ihm, sondern bei der Verpflichtung von neuen Stürmern lägen.

Senger zog daraus seine Schlüsse und lehnte den neuen Vertrag ab. «Ich wollte eigentlich bleiben. Aber in dieser Situation war der Wechsel für mich die beste Lösung», sagt er. Trotzdem hat er den FCA ohne Gram auf die Verantwortlichen verlassen. «Natürlich, nach drei Jahren hätte ich mir vielleicht schon etwas mehr Wertschätzung gewünscht, aber so ist der Fussball. Das kann passieren.»

Die Aarauer sehnen sich nach der Sonne

Mit seinen ehemaligen Teamkollegen steht Senger weiterhin in regem Kontakt. Sie vermissen ihn, wie Verteidiger Bruno Martignoni sagt: «Es ist nicht in erster Linie der Spieler, sondern der Mensch, der uns fehlt. Wenn Dante in die Kabine kommt, ist das, wie wenn die Sonne hereinkommt», sagt der 22-Jährige.

Und vielleicht wünscht man sich im Stadion Brügglifeld mittlerweile, man hätte den Argentinier in den eigenen Reihen behalten. Denn während die Stürmer beim FCA durchs Band mit Ladehemmungen kämpfen, hat Senger in sechs Partien bereits dreimal getroffen und führt damit die interne Torschützenliste von Xamax zusammen mit Andelko Savic an.

Warum es ihm derzeit so gut läuft, kann Senger nicht so richtig erklären. «Ich fühle mich einfach gut. Vielleicht ist die Spielweise von Xamax mehr auf mich zugeschnitten», sagt er. Kommt hinzu, dass er sich zurück in der Challenge League wohlfühlt. «Die Super League ist sicher physischer. Da hatte ich mehr Mühe, über die gesamte Spieldauer mitzuhalten.»

Zudem hat Senger neben seinem lebensfrohen Naturell auch noch eine sensible Seite, der man in Neuenburg offenbar entsprechend Rechnung trägt: «Xamax hat sich sehr stark um mich bemüht. Sportchef und Trainer wollten mich unbedingt, weil sie an mich glauben und mich das auch spüren lassen.»

Stille statt «The Final Countdown»

Seit seinem Wechsel wohnt Senger im Neuenburger Vorort Boudry. Zusammen mit seiner argentinischen Freundin, die derzeit zu Besuch in der Schweiz ist. Senger freut sich auf das Spiel gegen den FCA: «Es ist schön, zurückzukommen und alle zu sehen. Das wird für mich sicher ein spezielles Spiel, aber mein Fokus liegt nun bei
Xamax.»

Und sollte ihm ein Tor gegen den FCA gelingen, muss er sich wohl oder übel damit abfinden, dass statt des Klassikers «The Final Countdown» nur Stille aus der Lautsprecheranlage des Brügglifelds ertönen wird.

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