FC Aarau

Aller guten Dinge sind drei

Miguel Peralta ist bereits zum dritten Mal mit dem FC Aarau im Trainingslager – und trotzdem ist dieses Mal alles anders.DFS

Miguel Peralta ist bereits zum dritten Mal mit dem FC Aarau im Trainingslager – und trotzdem ist dieses Mal alles anders.DFS

Nach zwei schweren Knie-Verletzungen ist Miguel Peralta im dritten Anlauf endlich beim FC Aarau dabei. Für seinen Stammplatz will der 20-jährige Mittelfeldspieler alles geben.

Nur wenige Wochen vor Heiligabend – der gleichzeitig sein Geburtstags ist – geht für Miguel Peralta ein Traum in Erfüllung: Zum ersten Mal in seiner Karriere trägt er das Dress des FC Aarau in einem Pflichtspiel. Und das nicht etwa als Einwechselspieler, sondern sogleich in der Stammformation. «Das war für mich ein sehr emotionaler Moment», sagt der 20-jährige Aussenverteidiger. Gleichzeitig ist es für ihn auch der Beginn eines neuen Kapitels, seines dritten Anlaufs beim FC Aarau, quasi.

Rückschläge machen einen stärker

Denn das Jahr 2015 hatte für Peralta sehr unglücklich begonnen: Kaum von seinem unmittelbar nach Vertragsunterschrift beim FC Aarau erlittenen Kreuzbandriss genesen, zog er sich bereits im ersten Training des Aarauer Trainingslagers in der Winterpause 2015 erneut eine Verletzung zu. Wieder im rechten Knie. Kein zweiter Kreuzbandriss zwar, aber doch eine Verletzung am Meniskus – es folgte noch einmal eine monatelange Pause vom Fussball. «Natürlich kommen in einer solchen Situation Zweifel auf», sagt Peralta rückblickend.

Doch der Aussenverteidiger liess sich nicht entmutigen. Wie heisst es doch so schön? Rückschläge machen einen stärker. «Also sagte ich mir, dass ich nun halt doppelt so viel stärker zurückkehren werde», sagt Peralta lächelnd. Unterstützung von einem Psychiater benötigte der junge Mann mit spanischen, kroatischen und venezolanischen Wurzeln zur mentalen Verarbeitung seines riesigen Verletzungspechs indes nicht. «Ich habe eine gute Familie, die voll hinter mir steht. Dasselbe gilt für meine Kollegen und auch den Klub.»

Viel Lob für das grosse Talent

Beim FC Aarau hält man grosse Stücke auf Peralta. «An ihm werden wir noch viel Freude haben», sagt Marco Schällibaum. Der ehemalige FCA-Trainer Sven Christ verglich ihn gegenüber der «Aargauer Zeitung» vor rund anderthalb Jahren mit Silvan Widmer, der wie Peralta von Baden nach Aarau gestossen war und von dort in die Serie A zu Udinese gewechselt war. «Es ist natürlich sehr schön, wenn man solche Dinge hört», sagt Peralta. Trotzdem bleibt das sympathische Talent auf dem Boden.

Zwar ist mit seinen beiden Einsätzen für den FCA unmittelbar vor der Winterpause in der Challenge League gegen Le Mont (2:1) und im Cup-Viertelfinal gegen Luzern (3:4) für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen, aber am Ziel seiner Träume ist er damit noch lange nicht. «Ich sehe solches Lob eher als Anreiz, um noch mehr zu arbeiten, damit ich die Erwartungen auch erfüllen kann», sagt er.

«Das System passt zu meinem Offensivdrang»

Zusätzlichen Druck verspürt er deswegen nicht. Peralta ist aber auch bewusst, dass – auch ohne neue Verletzung – auch wieder schwierigere Zeiten auf ihn zukommen könnten. Die Konkurrenz auf der rechten Aussenverteidiger-Position ist mit Routinier Igor Nganga beträchtlich. «Darüber bin ich mir im Klaren, ich nehme alles Schritt für Schritt und kämpfe Tag für Tag für meinen Platz im Team», sagt Peralta.

Dass er mit seiner offensiven Spielweise den Vorstellungen von Schällibaum entspricht, wird ihm aber wohl kaum zum Nachteil werden. Peralta fühlt sich im System seines Trainers sehr wohl: «Das passt gut zu meinem Offensivdrang», sagt er. Noch Steigerungspotenzial hat der selbstkritische Latino nach eigener Aussage im defensiven Bereich. «Daran arbeite ich.»

Auf jeden Fall ist Peralta im dritten Anlauf endlich so richtig beim FCA angekommen. Aller guten Dinge sind eben doch drei.

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