Sven Christ sagte es vor dem Spiel: «Wir dürfen keine Fehler machen.» Ein frommer Wunsch des Aarauer Trainers. In der 28. Minute nahm das Unheil im Brügglifeld vor 4830 Zuschauern seinen Lauf. Nach einem ungenauen Pass von Sven Lüscher verlor Luca Radice den Ball in der eigenen Platzhälfte an Remo Freuler.

Dieser lancierte auf der rechten Seite den freistehenden Jakob Jantscher. Der Österreicher sah am zweiten Pfosten den freistehenden Marco Schneuwly, der den Ball aus vier Metern in die Maschen köpfelte. Schneuwly nützte die zweite Chance zu seinem siebten Saisontreffer. Der Berner hatte den Führungstreffer für die Zentralschweizer schon nach gut einer Viertelstunde und einem Aussetzer von Olivier Jäckle auf dem Fuss.

Missverständnis zwischen Mall und Jaggy

Damit nicht genug der Unbill. Nach rund einer Stunde standen sich Joël Mall und Kim Jaggy nach einer Flanke von Jantscher im Weg. Der Ball spritzte zu Dario Lezcano – und der Paraguayer hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Luzerner einzuschieben.

Und als Ridge Mobulu kurz vor Schluss nach einem Konter und nach herrlicher Vorarbeit von Oliver Bozanic und Jakob Jantscher das 3:0 erzielte, gingen im Brügglifeld die Lichter aus. Der dritte Treffer des FC Luzern gab dem FC Aarau den Rest. Der Mist war geführt. Und der Schlusspfiff von Alain Bieri nach 95 Minuten kam einer Erlösung gleich.

«Wir haben alles falsch gemacht»

Dass Christ in seiner Analyse nichts beschönigte, ist gut. Schliesslich ist Selbstkritik der erste Weg zur Besserung. «Wir haben alles falsch gemacht, was wir falsch machen konnten», sagte der 40-Jährige. «Das 0:3 entspricht absolut dem Spielverlauf. Bei uns passte nichts, aber auch gar nichts zusammen. Ich bin enttäuscht. Diese Niederlage tut weh. Ich werde mit Sicherheit keine ruhige Nacht haben.»

Mag sein, dass Christ in der Nacht von Samstag auf Sonntag überhaupt nicht geschlafen hat. Die vierte Heimniederlage in dieser Saison war eine ganz bittere Pille und dürfte ihm gehörig auf den Magen geschlagen haben. Wohl nicht nur ihm.

Nur eine gute Chance für Aarau

Der FC Aarau spielte schlecht. Sehr schlecht sogar. Die Mannschaft kam im Verlauf des Spiels gerade mal zu einer Grosschance. Nach gut einer Stunde scheiterte Frank Feltscher mit einem Abschlussversuch aus sechs Metern an David Zibung. Das war’s.

Ansonsten glich die Offensive des FC Aarau einem lauen Lüftchen. Von Spielkultur und Kreativität war nichts zu sehen. Und die Defensive? Sie war löchrig wie ein Emmentaler Käse. Einzige Ausnahme war Marco Thaler, der eine solide Leistung zeigte.

Gegen Vaduz muss ein Sieg her

Eine Woche vor dem letzten Vorrundenspiel beim Aufsteiger Vaduz steht der FC Aarau unter Druck. Das schöne Bild der Vorrunde bekommt mehr und mehr Risse. Mal schauen, was Sven Christ in den nächsten Tagen aus seiner momentan völlig verunsicherten Mannschaft noch herausholen kann.

Spieler wie Igor Nganga, Kim Jaggy und Stephan Andrist sind völlig von der Rolle. Linksverteidiger Bruno Martignoni hätte längst eine Einsatzchance verdient. Eines steht fest: Die Aarauer stehen im Ländle vor einem Charaktertest. Und vielleicht bekommen Captain Sandro Burki und Co. im Stadion Rheinpark lautstarke Unterstützung von den FCA-Fans. Die Reise nach Vaduz lohnt sich so oder so: Es gibt Gratiseintritt für alle.

Aarau - Luzern 0:3 (0:1)

4830 Zuschauer. - SR Bieri.- Tore: 28. Schneuwly (Jantscher) 0:1. 67. Lezcano (Lustenberger) 0:2. 87. Mobulu (Jantscher) 0:3.

Aarau: Mall; Nganga, Jäckle, Thaler, Jaggy; Burki, Mlinar (79. Gygax); Andrist, Lüscher, Radice (70. Djuric); Feltscher (70. Mudrinski).

Luzern: Zibung; Thiesson, Affolter, Rogulj, Lustenberger; Doubai, Freuler; Lezcano (82. Mobulu), Bozanic (88. Wiss), Jantscher (92. Hyka); Schneuwly.

Bemerkungen: Aarau ohne Garat, Gauracs, Senger (alle verletzt) und Wieser (gesperrt). Luzern ohne Aliti und Sarr (beide gesperrt). Verwarnungen: 13. Andrist (Handspiel). 45. Jäckle (Foul). 55. Jantscher (Foul). 77. Lezcano und Feltscher (beide Foul). 49. Spielunterbruch wegen Abbrennen von Feuerwerkskörpern.

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