FCA - Sion

Aarau verliert 0:1 gegen Sion und stürzt immer tiefer in die Krise

Der FCA steht mit dem Rücken zur Wand. Gegen Sion verpassten es die Aarauer in der Tabelle Boden gut zu machen. Nach dem 0:1 haben sie immer noch sechs Punkte Rückstand auf Luzern - der Ligaerhalt wird immer unwahrscheinlicher.

Kennen Sie Element of Crime? Nicht? Das ist diese Berliner Band um Sven Regener, die für ihre bittersüsse Melancholie bekannt ist. In einer Zeile von «Alten Resten eine Chance» heisst es: «Die Sünden wiegen schwer, doch begehen kann man nie genug.» Als hätte Regener diesen Satz zu Ehren des FC Aarau geschrieben.

Dabei leistet sich der FC Aarau gegen Sion nicht allzu viele Sünden. Eigentlich nur vier. Dafür aber so richtig krasse. Andrist, der nach 38 Sekunden zu harmlos abschliesst. Wieder Andrist (35.), der über seinen Dilettantismus stolpert und aus sieben Metern den Ball nicht trifft. Thaler (69.), der vor dem Gegentreffer den Ball vertändelt. Und Senger (82.), der aus bester Position an Sion-Keeper Vanins scheitert.

FC Aarau – FC Sion: Das entscheidende Tor durch Daniel Follonier in der 69. Minute.

FC Aarau – FC Sion: Das entscheidende Tor durch Daniel Follonier in der 69. Minute.

FC Aarau scheitert mit neuem Trainer gegen Sion

FC Aarau scheitert mit neuem Trainer gegen Sion

Trotzdem sagte Raimondo Ponte nach seinem zweiten Spiel als Aarau-Trainer: «Wir haben alles versucht. Deshalb kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es ist schade, dass unsere generöse Einstellung nicht belohnt wird.»

FC Aarau-Trainer Raimondo Ponte im Interview

FC Aarau-Trainer Raimondo Ponte im Interview.

«Bester Spieler» mit Lapsus

Der FC Aarau war das zweikampfstärkere, willigere, lauffreudigere Team. Doch er beging eine Sünde zu viel. Dass ausgerechnet Marco Thaler am Ursprung des Gegentreffers stand, ist besonders bitter. Der 20-jährige Verteidiger stand gestern erstmals seit dem letzten Vorrundenspiel (0:1 in Vaduz) in der Startformation. Und Thaler überzeugte.

Dabei hatte er einen heiklen Auftrag gefasst: Sions Sturmrakete Moussa Konaté, den 14-fachen Torschützen, auszuschalten. Das gelang Thaler auf beeindruckende Weise. Doch in der 69. Minute vertändelte er im Mittelfeld gegen Salatic den Ball und was dann folgte, war das einzige Highlight aus Walliser Sicht.

Salatic auf Carlitos, dieser weiter auf den eben eingewechselten Follonier, der Mall bezwingt. «Auch wenn ich Salatic nicht gesehen habe, darf ich diesen Zweikampf nicht verlieren», gibt sich Thaler selbstkritisch. «Bitter, dass ausgerechnet unserem besten Spieler der entscheidende Lapsus unterlaufen ist», sagt Ponte. «Aber der Junge wird daran wachsen.»

Interview mit Kim Jaggy sowie die Pressekonferenz mit Raimondo Ponte und Didier Tholot:

Sion-FCA Stimmen zum Spiel

Letzte Ausfahrt Vaduz

Für Aarau spitzt sich die Lage im Abstiegskampf weiter zu. Weil Vaduz bei den Grasshoppers 1:1 gespielt hat, beträgt der Rückstand auf die Liechtensteiner schon acht Punkte. Das Auswärtsspiel gegen Vaduz am kommenden Sonntag (Spielbeginn 13.45) ist gleichbedeutend mit der letzten Chance auf den Klassenerhalt.

Zuversicht gibt Ponte die Einstellung, mit der sein Team gegen Sion aufgetreten ist. Aber dem 60-Jährigen dürfte nicht verborgen geblieben sein, wie überschaubar die Qualität seiner Spieler ist. Womit wir wieder bei den Sünden angelangt sind.

Die Führung um Sportchef Urs Bachmann hat die Mannschaft falsch zusammengestellt. Costanzo, Gygax, Feltscher, Andrist – sie alle haben schon für Aufsehen in der Super League gesorgt. Doch das liegt länger zurück. Nach Aarau sind sie als Gescheiterte gekommen. Deshalb scheint es, als hätte Bachmann bei der Teamzusammenstellung seinen Fokus eher auf die Verpackung und weniger auf den Inhalt gelegt. Und für die so wichtige Personalie als Ionita-Nachfolger sah Bachmann Mlinar und Wieser vor. Ironie der Geschichte: Die beiden wurden gestern nicht mal aufgeboten.

Aarau - Sion 0:1 (0:0)

4306 Zuschauer. - SR Pache. - Tor: 69. Follonier (Carlitos) 0:1.

Aarau: Mall; Nganga, Thaler, Garat, Jaggy; Lüscher (78. Radice), Burki; Gygax (21. Feltscher), Costanzo (78. Senger), Andrist; Sliskovic.

Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ndoye, Ziegler; Salatic, Fernandes; Rüfli (40. Carlitos), Herea (54. Akolo), Assifuah (68. Follonier); Konaté.

Bemerkungen: Aarau ohne Djuric (gesperrt), Gauracs (verletzt) und Wieser (nicht im Aufgebot). Sion ohne Kouassi (gesperrt), Christofi, Pa Modou, Vanczak und Vidosic (alle verletzt). 21. Gygax verletzt ausgewechselt. Verwarnungen: 29. Herea (Unsportlichkeit). 33. Costanzo (Foul). 42. Zverotic. 52. Burki (beide Foul). 52. Carlitos (Unsportlichkeit). 83. Andrist. 87. Akolo. 92. Jaggy (alle Foul).

Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen:

Liveticker FC Aarau - FC Sion 12.04.15

Matchtracker: FC Aarau - FC Sion 12.04.15

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