Zehn Jahre ist es her, als Urs Heitz gemeinsam mit Hanspeter Wirz beschloss, die Tambourengruppe Les Tambour de Villeneuve aus Chablais im Kanton Waadt nach Basel an die Fasnacht zu bringen. Unter dem Namen D’Vaudois Basiliensis sind sie seither regelmässig Gäste an den drey scheenschte Dääg.

Um ihr speziellen Dasein als Auswärtige an der Fasnacht wollen die Trommler aber kein grosses Tamtam machen. «Wir wollen nicht auffallen und einfach nur gute Musik nach Basel bringen», sagt Heitz zurückhaltend.

Enge Verbundenheit

Ganz fremd sind die Waadtländer aber nicht in Basel. Mit der Region sind sie eng verbunden. Nicht nur, dass einige Mitglieder von hier stammen, ihre Larven wurden von einem Atelier in Laufenburg gefertigt.

Die Inhaberin des Larvenateliers Plüss ist Agnes Heitz und Schwester des passionierten Tambours. Mit den Kostümen habe sie aber auch zu tun, sagt Agnes Heitz stolz. Ihr Bruder wollte dünnen Seidenstoff verwenden, der aber ungeeignet war für die Kostüme. Da habe sie ihren alten Sofastoff zur Verfügung gestellt, der noch heute von den Trommlern getragen wird.

Faschtewaije, Ueli Bier und Hauswein

Um ihr zehnjähriges Bestehen zu feiern, luden die Tambouren zum Apéro im Hof des Staatsarchivs. Die zahlreich erschienen Gäste erfreuten sich an der Faschtewaije und dem Ueli-Bier und gratulierten herzlich zum Jubiläum.

Die Waadtländer sind aber nicht nur Trommler, sondern haben auch ihren eigenen Hauswein der Familie Bertholet. Eines der Mitglieder bei den Vaudois stammt von dieser Winzerfamilie ab. Im Gedränge vor der mit Holztischen improvisierten Bar schenkten die Tambouren höchstpersönlich den Gästen vom edlen Weissen ein.

Illustre Gäste

Unter den Gratulanten war auch Regierungspräsident Guy Morin, der nach eigener Aussage die Trommler an der Fasnacht lieber mag als die Pfeifer. «Das liegt aber nur an meinem Tinnitus», schmunzelt er. Die Waadtländer mit dem guten Wein kenne er nicht persönlich. Das gehöre aber zum Fasnachtsalltag eines Regierungsratspräsidenten, erklärt er.

Während der drei Fasnachtstage werde er mit Einladungen überhäuft und könne nur ein paar ausgewählte besuchen. Sein Besuch beim Apéro der Vaudois erklärt er mit einem entspannten Lachen: «Es ist schön zu sehen, dass die Basler Fasnacht durch auswärtige Gruppen in den Rest der Schweiz exportiert wird.»

Nicht nur Schweizer Tambour-Gruppen waren unter den Apéro-Gästen, wie einige Trommler aus Holland bewiesen. Die Ehre ist somit doppelt für die Waadtländer um Urs Heitz, die sichtlich Freude an den Gratulationen von inoffizieller und offizieller Seite hatten. Das Wichtigste – nämlich das Trommeln – kam beim Apéro aber zu kurz. «Wir werden heute Abend wieder in Basels Gassen unterwegs sein», beteuern die Vaudois und wecken Vorfreude bei ihren Freunden und Gästen.