Seit gestern Abend ist die Fasnacht auch in Sissach Geschichte. Traditionell endete sie mit der Prozession des Chluris zum Richtplatz auf der Allmend. Heuer hatte Gregor Schwald, Gregi, wie ihn die Eingeborenen nennen, die Ehre, als Chluri eingeäschert zu werden. Diese Ehrung wird nur Leuten zuteil, die sich hohe Verdienste um die Fasnacht erworben haben.

Der Leichenredner würdigte den ehemaligen Preesi der Fasnachtsgesellschaft Sissach (FGS) als senkrechten Fasnächtler und unermüdlichen Verkäufer des Glöggeliwagens, der ältesten Sonntagszeitung der Schweiz. «Mir sy sicher, dass du im Chlurihimmel für spitzigi Pfyyl in alli Richtige sorge wirsch», gab er dem Geehrten mit auf den Weg. Auch im Chlurihimmel brauche es Figuren, die klar sagen, wo der Bartli den Most holt.

Wenigstens eine Birne leuchtet

Der Sprecher ging wie immer auf das viertägige Treiben im Dorf ein. So prangerte er die Machenschaften einiger verrückter Ritter, Free Rider, wie man denen neudeutsch sagt, am Umzug an. Diese hätten es einfach nicht kapiert, dass die Fasnacht nicht daraus besteht, von einem Wagen herunter zu grölen und das Volk an der Strasse mit Getränkedosen zu beschiessen. Gleiche Schelte erhielten die Hicherwaggis aus dem Vorort Thürnen, die aus ihrer Konfettikanone Gnaagi abfeuerten.

Ein gewisses Verständnis hatte der Mann mit der Grabesstimme für die Tatsache, dass während des Laternen- und Fackelumzugs längs der Route dennoch Lichter brannten, wie etwa im Aushangkasten des Gemeindehauses. So wisse man jetzt mit hundertprozentiger Sicherheit, dass in jenem Haus wenigstens eine Birne leuchtet. Doch die positiven Aspekte überwogen heuer an der Sissacher Fasnacht. Ein dickes Lob durfte das Werkhofteam um Max Huber einstreichen, das keinen Aufwand scheute, die Begegnungszone für die Kinderfasnacht frisch herauszuputzen. «Adie Fasnacht – Adie Chluri» schloss der Redner zum Schluss. Dann hatten die Flammen das Sagen.