Gerammelt voll waren die Allschwiler Dorfbeizen, wo die Gäste gespannt auf die Schnitzelbänggler warteten. Natürlich standen die Nachfolge Anton Laubers als Gemeindepräsident sowie die Ersatzwahl für den Gemeinderat im Mittelpunkt fasnächtlicher Chronisten. Die Schwellä Hüpfer etwa reimen dazu:

Mir hänn gmeint mir seige dr Lauber los / doch sehsch en ständig uf dr Strooss / grad letschti lauft er vor ys dure am Ecke vor em Chnoche / Mach sofort ass d uf Lieschtel chunnsch.
Versproche isch versproche.

Der Wahlkampf um den frei gewordenen Sitz im Gemeinderat mit fünf Kandidierenden hat die Bänggler beschäftigt. Für das Präsidium gabs dann aber nur eine Kandidatin. D’Gryysel finden:

Jetzt suecht me no e President bi uns do in Allschwil / Nur eini isch zur Wahl gsy, das isch worlig nid grad viel / Welles Wunder, schliesslich gwünnt denn halt dä wyyblich Kandidat /Jetzt het dr Gmeindrot d’Nüssli und
Allschwil dr Salat.

Dass der neue Gemeinderat, der Landwirt Franz Vogt, die Finanzen übernimmt, beunruhigt Sprysse überhaupt nicht:

Dr Vogt kaa problemlos jetz Gmaindfinanze fasse / är verwaltet jo – ganz aifach – e leeri Gmainikasse.

Zum gleichen Thema meint mit einem feinen Wortspiel Tagessau, der seine Bängg als Tagesschausprecher verliest, umrahmt von einem riesigen Fernseher:

Jä mir sehn scho dr Franz, är schafft dr Spagat / Zwüsche Muetterchuehaltig und Nüsslisalat.

Die Bauvorhaben, die Gemeindefinanzen und das Schwingfest in Allschwil haben ebenfalls fasnächtliche Nachwehen und Würdigung erfahren. Dazu meint beispielsweise Dr Kaater vo Demain:

Starte duets an dr Glaarastroos / E Bauprojäggt – riesegross / Dorfblatz, Morgaarte via Maiegass / Ich gseh dr Priis und wird ganz blass / Denn dien mr no mit me Schwingfescht prahle / Schaad, kam me nit mit Säägmähl zahle.

Vom Schwingfest zu den Beizen ist es nur ein kurzer Weg. Schwellä Hüpfer kombiniert diese mit den 20 000 Einwohnern der Gemeinde:

Scho über 20 Tausig Persone / sinns, wo jetzt in Allschwil wohne / Und gohsch am Oobe bitz ins Dorf, griegsch in de Baize mit / weiss Gott, wo die 20 Tausig sinn, also: Durscht hänn sy ämmel nit.

Besonders eilig hatte es eine Automobilistin, die ihr Fahrzeug im Jägerstübli parkierte, wie Tagessau berichtet:

Letztscht Summer isch e Gritte mit ihrem Schlitte / am Horst mitts durchd Gartewirtschaft gritte / D Polizey hett denn wie sichs ghört / Die Frau und ihre Byfahrer verhöhrt / «Vo wo söll ich wüsse, das my Alti», meint dä Ma verstimmt / «Im Jägerstübli tanke wörtlich nimmt.»

Eine originelle Verbindung zwischen der engagierten Dorf-Schwester Bonifatia, die kürzlich einen runden Geburtstag feiern konnte, und dem früheren Gemeindepräsidenten schafft Sprysse:

D Bonifatia isch 70, vom Lauber gits z’Ässe und Wyy / Em Usseh noch kennt dr Lauber ihre Vater sii.

Sogar einen Karrieresprung für die Gemeindeschwester für möglich halten D’Gryysel im Rahmen der Frauenquote:

Die Frauequote find ich ziemlich gut / Ich blyyb dehei, well d’Frau jo schaffe duet / Jä so kunnt’s am Änd zur Revolution / Und d’Schwöster Boni wird neue Papst in Rom.

Dass jemand eine Schlange im Bachgraben entsorgen wollte, hat die Bänggler ebenfalls inspiriert. Sprysse hat dazu eine – wenig galante – Idee:

Am Bachgraabe entsorgt ain e grossi Giftschlange / do bin y mit Mynere au dert aane gange.

Noch etwas weiter, in die Stadt Basel, geblickt haben D’Gryysel, wo ein seltsamer Politiker Seltsames tat:

Z Basel an mim Rhy, uf dr mittlere Brugg / Dr schöni Eric Wäber zeigt si Fuudi fuudiblutt / Und wenn du die jetz frogsch, wie verneigt sich do da Wicht / Für eimol isch är erlig und zeigt sis wohre Gsicht.