Zu den Highlights der Sissacher Fasnacht gehört der Schnitzelbankabend in den Beizen und anderen Lokalen in der Oberbaselbieter Bezirksmetropole. 13 Bänke, mehrheitlich einheimische, machten sich heuer auf den fast fünfstündigen Marathon, um dem gemeinen Volk endlich reinen Wein einzuschenken und kundzutun, was die Obrigkeit und andere Leute mit Dreck am Stecken seit der letzten Fasnacht angestellt haben. Gelernt haben diese nichts – gar nichts. Denn das Sündenregister wird immer länger.

Die Fusion war heuer der Renner bei den Themen der Bänke. Dr Farblos, seit einem Vierteljahrhundert im Geschäft, setzt mit seinem feinen Spott und schwarz-weissen Helgen Farbtupfer im übertragenen Sinn. Beim Thema «Kantonsfusion» musste er zwangsläufig Farbe bekennen: «Den Baselbieterstab mit den sieben Dupfen schwarz darstellen? Nein, das geht wirklich nicht!» Das Volk im Saal quittierte den Quantensprung mit tosendem Applaus. Auch den anderen Bänken kamen die Wiedervereinigungsgelüste höchst suspekt vor.

Stellungskrieg gegen Zunzgen

Seit Jahrzehnten decken sich die Sissacher und Zunzger gegenseitig bös mit Giftpfeilen ein. Die «Gugge FGS», die auch Verse schreibt hat, auf Google Earth Erstaunliches gefunden:

«Wie me bi däm Google Earth alli Detail cha gseh, isch doch ganz verreckt.

Plötzlich han i bim Umescrolle öppis saumässig Gruusigs entdeckt.

Es hat usgseh, wie so es Gschwür ähnlich wie e verschimmelte Trüffel.

Bim Anezoome han i gmerkt, dass isch jo der Zunzger Büchel.»

Diese perfide Attacke blieb natürlich nicht folgenlos – «d’Motte» berichtete genüsslich von einem Ausflug mit Google:

«Mir hei im Google nochegluegt unter Kunschtysbahn.

Bi Sissech stoht «Zur Zeit defekt, siehe Sanierungsplan».

Mir hei druf klickt, denn hets grumort, der PC het rotiert.

Me het noch churz dr Buser gseh, denn isch er explodiert.»

(Mit Peter Buser ist der Gemeindepräsident von Sissach gemeint).

Einige Bänke sorgten sich ernsthaft um die Landesverteidigung. Die «Räbäsprütze Wintersinge» kennt den Grund, warum der helvetische Luftraum ausserhalb der Bürozeiten zum Tummelfeld ausländischer Flieger verkommen ist:

«Si chömme am achti und gönge am zwölfi

Si chömme am zwöi und gönge am feufi.

Eusi Fliegertruppe, die macht mir Chummer.

Am Telifon heisst’s: «Kein Angriff unter dieser Nummer.»

Da mag der Nachsatz ein schwacher Trost sein:

Nach de Bürozyte und am Fürobe bewache euse Luftrum d’Franzose oder d’Schwoobe.»