Brugg

«3 vo Brugg» sind für mehr Schnitzelbank-Kultur in den Restaurants

In der Kürze liegt die Würze: Die «Galgenvögel» – hier bei ihrem Auftritt im Jahr 2010 – pflegen weitgehend die alte Basler Tradition der meist vierzeiligen Verse in Melodieform, begleitet mit Akkordeon. az-Archiv/wal

In der Kürze liegt die Würze: Die «Galgenvögel» – hier bei ihrem Auftritt im Jahr 2010 – pflegen weitgehend die alte Basler Tradition der meist vierzeiligen Verse in Melodieform, begleitet mit Akkordeon. az-Archiv/wal

Die Värslischmitte im Salzhaus ist der einzige Ort, an dem an drei Tagen Schnitzelbänke gehört werden können. Die Schnitzelbänkler wünschen sich mehr Beachtung, Unterstützung und Akzeptanz.

Keine Frage: Die Värslischmitte im Salzhaus in Brugg wird über die Fasnacht wieder zu dem Treffpunkt der Schnitzelbankgruppen. Zum einzigen Ort notabene, an dem an drei Tagen die Schnitzelbänke ungestört zu hören sein werden. Diese Tatsache sei vielen Leuten gar nicht bewusst, sagt Roland Hunziker im Namen der «3 vo Brugg».

Die sechs bis sieben Gruppen, die in diesem Jahr aktiv seien, hätten mehr Beachtung, mehr Unterstützung, mehr Akzeptanz und einen höheren Bekanntheitsgrad verdient, denn die Schnitzelbänke seien qualitativ sehr gut, sind die «3 vo Brugg» überzeugt.

Die Schnitzelbänke gebe es in Brugg seit über 30 Jahren, fahren die «3 vo Brugg» fort. «Man kann also von einer Tradition sprechen. Viele Brugger, die eigentlich mit Fasnacht nichts am Hut haben, kommen jedes Jahr ins Salzhaus.»

Die Hälfte stammt aus Windisch

Brugg liege ja geografisch zwischen Basel und Zürich-Baden, was sich auf die Schnitzelbank-Kultur abfärbe, so die «3 vo Brugg». «Das heisst, den klassischen Schnitzelbank gibt es auch bei uns, aber typisch bruggerisch ist die Vielfalt der Darbietungen, zum Beispiel kabarettistisch, als Bluesgruppe, traditionell baslerisch, mit Publikumsanimationen oder auch verspielt.» Typisch bruggerisch sei nicht zuletzt, dass die Hälfte der Bänke aus Windisch sei.

Alles, was schiefgelaufen sei, werde auf die Schippe genommen, sei dies zum Thema Stadt Brugg, Schweiz, Sport oder Kultur. Wert gelegt werde auf saubere Reime, gute Pointen, gesanglich gute Präsentationen sowie zum Teil schöne Helgen – passend zu den Versen. Für die «3 vo Brugg» ist sonnenklar, was die Zuhörer erwarten können: «Viele geistreiche und humorvolle Auftritte.» Ein Besuch lohne sich zu 100 Prozent.

Diesen Ausführungen stimmt Markus Bitterli im Namen der «Galgenvögel» zu. Geboten werde Humor mit der spitzen und feinen Feder, keine Zoten, stattdessen viel Freude an Ironie und Witz in Politik und Alltag.

Vielleicht mit den Beizern?

Damit eine Schnitzelbank ein gutes Niveau erreiche, brauche es viele Stunden «Dichterarbeit und Ideen», führen die «3 vo Brugg» weiter aus. Dazu kämen Gesangsproben, es müssten Kostüme genäht sowie Masken und Bilder gemalt werden. In Brugg allerdings stimme das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht. Sprich: Es wäre wünschenswert, wenn es neben dem Salzhaus und dem Rrätz-Keller (’s Laternli) weitere Auftrittsmöglichkeiten gäbe.

Vielleicht könne, hoffen die «3 vo Brugg», einmal der eine oder andere Beizer gewonnen werden, damit es wieder eine Schnitzelbank-Kultur in den Restaurants gebe. «Wir Schnitzelbänkler bemängeln, dass in Brugg kein Restaurantbesitzer eine spezielle Aktion organisiert», halten sie fest und machen gleich auch einen Vorschlag: «Zum Beispiel ein Nachtessen kombiniert mit Schnitzelbank-Auftritten.»

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