Fantoche

Das Juryspielen erschöpfte die überdrehten Kinder

Die Kinderjury brütet über den 26 Filmen, die sie bewerten musste – Edward, Julian, Franciska, Mira, Noah und Junia sind hoch konzentriert (von links unten im Uhrzeigersinn).

Die Kinderjury brütet über den 26 Filmen, die sie bewerten musste – Edward, Julian, Franciska, Mira, Noah und Junia sind hoch konzentriert (von links unten im Uhrzeigersinn).

Die Kinderjury vergibt am Fantoche den «Best Kids Award» an «Zing» – darin wehrt sich ein Mädchen gegen den Tod. Eine Reportage vor Ort zeigt, wie sich die Kinder entschieden und welche Kriterien sie berücksichtigt haben.

Sie kicherten nur noch. Die Buben der Kinderjury am Animationsfilmfestival Fantoche sollten sich im Kino Orient in Wettingen einzeln vorstellen. Aber es kam nichts Vernünftiges mehr aus ihnen heraus. Die Übung wurde abgebrochen, die drei Buben und drei Mädchen zwischen 8 und 11 Jahren setzten sich wieder in die Kinosessel.

Die Kinderjury sagt, welcher Film den Best Kids Award am Fantoche gewonnen hat

Die Kinderjury sagt, welcher Film den Best Kids Award am Fantoche gewonnen hat

Es ging in die zweite Runde des Kurzfilmprogramms für Kinder. Die Kinderjury hatte Notizzettel und Stifte in der Hand, mit denen sie ihre Überlegungen und Urteile notieren konnten. 13 Kurzfilme standen noch auf dem Programm.

Von Drachen, Prinzen und Kraken

Der Film «De jongen met best wel lange armen» handelt von einem Buben, der überlange Arme hat. Das ist zwar nicht attraktiv, aber praktisch - als Sessel oder Brücke dient er und erobert so das Herz eines Mädchens. In «Krake» wächst einem kleinen Mädchen eine Krake auf dem Kopf. Was zuerst lustig aussieht, wächst immer mehr und wird zu einer Last für das Mädchen, das immer schwächer wird und mit dem Tod ringt. In «Die Prinzessin und der Drache» tauscht die gewiefte Prinzessin den langweiligen Prinzen mit einem lieben Drachen aus.

Die Kinderjury hatte es innert kürzester Zeit mit verschiedenen Themen zu tun. Das führte dazu, dass die Kinder nach der Filmvorstellung gleichzeitig müde und überdreht waren. Geschwind gings von Wettingen zurück ins Fantoche-Zentrum in Baden. Im Sitzungszimmer brüteten die Kinder über den 26 Filmen, die zu bewerten waren. Haselnussstängeli, Biberli und Äpfel halfen, die Konzentration hochzuhalten. Die Jung-Jury musste auch argumentieren, warum sie einen Film gut oder schlecht fand.

Argumente dafür und dagegen

«Dieser Film war mir zu kurz», sagte Julian. «Diese Fleischbällchen im Film esse ich immer in der Ikea», sagte Edward schelmisch. «Ein Monster mit drei Bäumen auf dem Kopf finde ich einfach unrealistisch», argumentierte Julian. Einer sagte, er hätte diese Piraten gerade so gut zeichnen können wie im Original. Manche Filme waren «heftig», «lustig» oder «geil».

Gewonnen hat in einer knappen Entscheidung der Film «Zing» von Kyra Buschor und Cynthia Collins aus Deutschland. Darin wehrt sich ein Mädchen gegen den Tod ihrer Katze und nimmt es mit dem Sensenmann persönlich auf. «Herzig» und «traurig» waren die Urteile der erschöpften Jury, die hart gearbeitet hatte.

Zing - Trailer

Zing - Trailer

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