Der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) hat fünf Kandidierende aus dem linken Lager empfohlen. In der Einladung zum Wahlkampfauftakt, der am Donnerstag im «Kiff» Aarau stattfindet, heisst es: «Die Arbeitnehmenden erschaffen den Wohlstand im Aargau und in der Schweiz.»

Davon würden vor allem Vermögende und Grossunternehmen profitieren. «Die Gewerkschaften wollen eine andere Politik und unterstützen folgende Personen bei den Wahlen: Max Chopard-Acklin (SP), Viviane Hösli (SP), Irène Kälin (Grüne), Claudia Mauchle (SP), und Jessica Volmar (JUSO).»

Erstaunlich: Nationalrat Cédric Wermuth, Spitzenkandidat der SP und Mitglied der beiden Gewerkschaften VPOD und Unia, steht nicht auf der Empfehlungsliste. Und auch SP-Ständerätin Pascale Bruderer sucht man dort vergebens.

Wermuth kantonal nicht aktiv

Viviane Hösli, Sekretärin beim Gewerkschaftsbund, sagt: «Cédric Wermuth ist in keinem kantonalen Gremium einer Gewerkschaft oder des Gewerkschaftsbundes im Aargau aktiv und daher nicht bei den fünf Hauptempfehlungen.»

Allerdings unterstütze der AGB sämtliche Gewerkschaftsmitglieder, also auch Wermuth. «Zudem empfehlen wir Irène Kälin und Pascale Bruderer für den Ständerat», ergänzt Hösli.

Chopard, Kälin, Mauchle, Volmar und Hösli selber werden im Wahlkampf indes mit einer Kampagne der Aargauer Gewerkschaften unterstützt. Eine solche Kampagne führe der AGB seit Jahren bei den Nationalratswahlen.

Vor vier Jahren seien lediglich zwei Kandidaten unterstützt worden, nun würden fünf empfohlen. «Die Bedingung dafür ist ein enger und aktiver Bezug zu den Gewerkschaften im Aargau, der bei allen fünf empfohlenen Personen gegeben ist», erläutert Hösli.

Frauen mit offener Empfehlung

Nicht nur der Gewerkschaftsbund, auch der Verein frauenaargau steht politisch links. Co-Präsidentin Connie Fauver kandidiert für die Grünen als Nationalrätin, ihre Amtskollegin Sandra-Anne Göbelbecker ist Mitarbeiterin von SP-Nationalrat Max Chopard. Doch die Organisation legt sich nicht auf eine linke Empfehlung fest, sondern gibt allen Frauen eine Plattform. Zum Thema Altersvorsorge 2020 findet am 3. September in Aarau ein überparteilicher Frauen-Wahlanlass statt.

«Wir wollen, dass sich im Herbst der prozentuale Anteil der Frauen in Bundesbern erhöht», sagt Sandra-Anne Göbelbecker. Auf allen Listen habe es wählbare Frauen. Dennoch hat sie eine persönliche Favoritin: «Allen voran empfehle ich meine Co-Präsidentin, Connie Fauver, zur Wahl in den Nationalrat.»

WWF setzt auf Umweltrating

Keine konkrete Wahlempfehlung gibt der WWF Aargau ab. «Wir informieren unsere Mitglieder mit der Website www.umweltrating.ch über das Abstimmungsverhalten der bisherigen National- und Ständeräte», sagt Geschäftsführerin Tonja Zürcher.

Dort sehe man auf den ersten Blick, wie umweltfreundlich eine Kandidatin oder ein Kandidat sei. Allerdings ist das Rating nicht ganz aktuell: Die Bilanz der letzten Legislatur wird Ende August publiziert, zurzeit ist erst das Jahr 2014 online.