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Dieser Grenzwächter kennt keine «Weihnachtstoleranz»

Bernhard Fuchs greift in der Grenzwache Lysbüchel auf eine Datenbank zu.

Bernhard Fuchs greift in der Grenzwache Lysbüchel auf eine Datenbank zu.

An Heiligabend um 18 Uhr kontrolliert er Reisende an den Grenzübergängen. Bernhard Fuchs (36) erzählte Daniel Haller von seinen Weihnachtserlebnissen als Grenzwächter. Er arbeitet seit 13 Jahren bei der Schweizer Grenzwache in Basel.

«Im Team versuchen wir, es so zu regeln, dass Familienväter an Silvester arbeiten und Ledige an Weihnachten. Ich habe Familie, aber es hat mich als stellvertretenden Teamchef auch schon getroffen, dass ich dann Dienst habe.

Wir sind ein 24-Stunden-Betrieb, und der unregelmässige Dienst gehört zum Beruf. Über Weihnachten ist es nicht ruhiger als sonst. Da sind einerseits viele, die keinen Bezug zum Christentum, aber trotzdem in diesen Tagen freihaben. Die sind dann unterwegs.

Hinzu kommen jene, die an Heiligabend noch schnell für letzte Panik-Einkäufe über die Grenze fahren. Oft vergessen sie, den eingekauften Weihnachtsbraten zu deklarieren. Mit der Busse sind sie jeweils nicht glücklich. Dann versuchen sie, auf Barmherzigkeit zu spielen. Aber es gibt hier keine Weihnachtstoleranz. Wir müssen das Gesetz auch an Weihnachten durchsetzen. Deshalb haben wir auch das Recht, selbst Geschenkpakete zu öffnen, wenn wir einen Verdacht auf Schmuggel haben.

Auch Kriminaltouristen sind über Weihnachten unterwegs. Die Dienstwaffe haben wir immer dabei – sie gehört zur Uniform. Das verschafft uns bei gewissen Leuten Respekt. Als Grenzwächter weiss man nie, was kommt, und Weihnachten ist ein Tag wie jeder andere.»

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