Uhren- und Schmuckmesse

Zur Baselworld reisen bis zu 4000 Journalisten nach Basel

«Wenn sich die Journalisten wohlfühlen, wird auch die Berichterstattung positiv beeinflusst, denken wir.»

Messeleiterin Sylvie Ritter:

«Wenn sich die Journalisten wohlfühlen, wird auch die Berichterstattung positiv beeinflusst, denken wir.»

Zur Baselworld kommen Medienschaffende aus der ganzen Welt ans Rheinknie. Sie sind die «Verstärker» der Uhrenindustrie, ist Messeleiterin Sylvie Ritter überzeugt. Das Medieninteresse reicht bis China, das mit zwei Fernsehsendern vor Ort berichtet.

Das zweite Mal Baselworld – es ist wohl jetzt etwas weniger Spannung da als vor einem Jahr?

Sylvie Ritter: Der ganze Standaufbau ist schon viel ruhiger verlaufen als das letzte Jahr. 2013 gab es so viele unbekannte Faktoren, die neuen Hallen, die neuen Stände – da waren die Leute viel emotionaler. Die Ruhe hat man in diesem Jahr gespürt. Die Baselworld lebt von der Summe der Details, und daran haben wir das Jahr über gearbeitet. Auch die Uhren- und Schmuckhersteller pflegen Details, und das erwarten sie auch von uns.

Ein Beispiel?

Das Medienzentrum. Es ist jetzt im Foyer Süd auf der Mezzanine-Galerie. Dort verfassen Medien aus der ganzen Welt ihre Berichte. Das war im vergangenen Jahr nicht auf dem Niveau, das wir bei der Baselworld anstreben. Der Gedanke ist dabei, dass die Journalisten beim Schreiben ganz im Zentrum, im Herzen der Messe, sind. Wenn sie dort sitzen, sehen sie auf den Messeplatz hinunter. Wenn sich die Journalisten wohlfühlen, wird auch die Berichterstattung positiv beeinflusst, denken wir.

Wie viele Medienschaffende erwarten Sie?

Sicher mehr als im letzten Jahr, als 3600 kamen. Wir hoffen, dass wir an die 4000er-Grenze kommen. Es hat viel mehr aus dem asiatischen Raum. Die Baselworld ist diesbezüglich viel internationaler geworden und es kommt auch die Wirtschaftspresse. Wir haben auch immer mehr Fernsehstationen aus der ganzen Welt. Wir haben zum Beispiel Phoenix TV aus Hongkong und Shanghai TV, die sich eigene Studios eingerichtet haben und täglich live von hier aus senden.

Weshalb das riesige Interesse von China?

Der Chinese ist sehr markenaffin. Und an der Baselworld präsentieren die weltbekanntesten Marken ihre neusten Produkte. Diese machen den Link zwischen den Herstellern und den Endkonsumenten. Die hier präsentierten Neuheiten sind oftmals schon in den Medien, bevor sie im Schaufenster sind.

Im Rahmen der Baselworld gibt es auch eine Reihe von Trittbrettfahrern, die vom grossen Fachpublikum profitieren, etwa die Diamantenmesse in der Basler Markthalle oder die Schmuckmesse in Freiburg (D). Ärgert Sie das?

Das gibt es immer wieder. Erfolgreich war dabei noch niemand. Es kamen alle wieder zurück. Die Baselworld hat einfach die ganze Breite des Angebots. Die Einkäufer, die aus der ganzen Welt kommen, haben auch nur einen Zehnstundentag. Sie verlassen die Messehallen meist nicht. Die Parallelveranstaltungen nutzen unsere Marketinganstrengungen, ohne sich daran zu beteiligen. Das sehen unsere Aussteller ungern. Die Einkäufer und die Medien kommen auch nicht einfach von alleine nach Basel. Wie müssen marketingtechnisch weltweit dabei sein. Deshalb sind wir nicht so glücklich über all diese Parallelveranstaltungen. Kommt dazu, dass wir eigentlich alle Firmen in diesem Bereich willkommen heissen.

Aber Sie haben ja auch gesagt, der Platz sei limitiert.

Ja, aber die Diamantenaussteller brauchen nicht so viel Fläche. Das hätte sich machen lassen.

Und die Freiburger Messe?

Für die Veranstalter dieser Schmuckmesse ist es noch schwieriger, die Besucher nach Freiburg zu bringen. Wir haben ja auch schon erfahren, wie schwierig es ist, zwei Messen gleichzeitig zum gleichen Thema zu organisieren. Die Ausstellung in Zürich haben wir wieder aufgegeben.

Und die Genfer Messe des Richemont-Konzerns? Dort gehören doch Spitzenmarken wie IWC, Cartier, Piaget, Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Jaeger-LeCoultre und Montblanc dazu.

Ja, wir würden sie gerne hier unter dem Dach haben. Im Moment gibt es aber keine Anzeichen, dass die Richemont-Gruppe an der Baselworld präsent sein möchte.

Das ist schon eine Konkurrenz, oder?

Wir würden sie nicht als Konkurrenz bezeichnen. Wir wissen, dass 20 Prozent der Baselworld-Besucher im Januar jeweils zur Messe des Richemont-Konzerns in Genf fahren. Es ist nicht so, dass diese Besucher nicht mehr an die Baselworld kommen. Aber effektiv: Es wäre für die Besucher besser, sie wären hier.

Die Standmieten sind recht happig, das könnte die Aussteller ja schon vertreiben?

Das Problem liegt wohl weniger bei den Preisen, sondern eher, wie man sich auf der Baselworld und auf dem Markt positioniert. Es wird erst dann problematisch, wenn sich jemand grosses Wachstum vorgenommen hat und dieses über einen grossen Stand machen will. Das könnte tatsächlich eine problematische Investition sein, weil sie sich zunächst nicht rechnet. Und man muss auch sehen: Auf der Baselworld ist die Firma in einem Konkurrenzumfeld. Auch die externe Präsentation ist kostspielig. Sie müssen die Kunden herbringen. Solange wir die Qualität dieser Baselworld sicherstellen können, das Umfeld optimal ist, lohnt sich für den Aussteller die Investition in einen Stand. Wenn es sich nicht mehr lohnt, dann bleiben sie weg.

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