In diesem Falle brauche es eine grosse Regierungsumbildung, die dem Ausgang der Abstimmung Rechnung trage, sagt Grunder zur „Schweiz am Sonntag".

Konkret verlangt Hans Grunder, dass dann alle Regierungsmitglieder ausser Ueli Maurer zurücktreten. «Dann gibt es, nüchtern betrachtet, nur eine Lösung: Die SVP übernimmt die Regierung und damit die Verantwortung.» Ihren Sitz räumen müsste also auch Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf aus Grunders BDP.

Sieben SVP-Bundesräte auf einen Schlag? Hauptgedanke Grunders ist, dass die SVP, die sich wie eine Oppositionspartei benehme, bei einem Ja heute die Mehrheit des Volks hinter sich hätte. Und das in einer Frage, die über die Zukunft der Schweiz massgeblichen Einfluss habe. Und die Rest-Schweiz stünde im Abseits: «Praktisch alle politischen und wirtschaftlichen Akteure kämpfen gegen ein Anliegen einer einzelnen Gruppierung», stellt Grunder fest.

Er hält die Folgen eines Ja für äusserst gravierend und sagt zur „Schweiz am Sonntag": «Fatal wird sein, dass die Schweiz ab Montag in Bezug auf laufende Verhandlungen schlicht per sofort blockiert ist, und das für mehrere Jahre.» Aber die SVP, so Grunders Feststellung, käme darum herum, die Verantwortung zu übernehmen. Falls sich die übrigen Parteien nicht zum Grossumbau durchringen könnten, verlangt er: «Das Dossier muss Ueli Maurer übergeben werden, er muss mit Brüssel verhandeln.»

Auch die SP wird bei einem Ja in die Offensive gehen. Die Partei von Justizministerin Simonetta Sommaruga wird dann Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann attackieren. Wie hart, entscheidet die Spitze erst am Sonntag an einer Telefonkonferenz. Dass eine Rücktritts-forderung aufs Tapet kommt, gilt als unwahrscheinlich. «Das kann ich mir nicht vorstellen», sagt ein Insider. «Rücktrittsforderungen dürfen nur sehr selektiv gemacht werden.»