Die ersten Tage einer WM, bevor überhaupt das erste Rennen gestartet wird, sind die hektischsten. Da jagt ein Termin den nächsten. Lindsey spricht hier, Beat dort, Mikaela hier, Lara dort. Carlo folgt auf Michelle und Patrick auf Wendy. Als Journalist hetzt man von einem Gespräch zum nächsten.

Mitten in diesem Marathon landet ein E-Mail im Posteingang. «Einladung zum exklusiven Gespräch.» Nun gut, für die Möglichkeit, einen der Stars der Szene im kleinen Rahmen zu treffen, nimmt man die zusätzliche Hektik in Kauf. Also kurz umplanen, Hinreise organisieren, und los zum zwei Kilometer entfernten Hotel, wo das Treffen stattfinden soll.

Bereits beim Eintreffen wird klar: Die Exklusivität ist gegeben. Es ist sogar so exklusiv, dass überhaupt niemand hier ist. Nicht einmal der Star, oder sein Manager, oder die Sponsorenabteilung. Ein kurzer Blick in den Posteingang bestätigt den Verdacht. Es ist zwar Montag – doch eine Woche zu früh.

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Unser Mann vor Ort: Sportredaktor Martin Probst.

Eine Redewendung, die ich mal irgendwo aufgeschnappt habe, kommt mir in den Sinn. «Wer keinen Kopf hat, der hat Füsse.» Wie wahr, denke ich, als mir klar wird, dass mein Transport längst weg ist und ich zurücklaufen muss. Immerhin, wer über sich selbst lachen kann, kommt schnell zurück in die Spur. Oder eben ins Mediencenter.

Und es hat ja auch sein Gutes: Unfreiwillig wird der Arbeitstag sportlich. Statt im abgedunkelten Pressesaal das nächste Gespräch ab der Tonbandaufnahme abzuhören und aufzuschreiben, folgt ein 30-minütiger Spaziergang entlang dem zugefrorenen See. Dort sind gerade Aufbauarbeiten im Gang. Aber nicht für die Ski-WM. Am kommenden Sonntag finden Pferderennen auf Schnee und Eis statt. Die Kulisse ist toll.

Falls Sie nun vorhaben, die Rennen zu besuchen, vergewissern Sie sich aber besser, ob die Pferde wirklich am nächsten Sonntag galoppieren. Dem Autor dieser Zeilen sind die Tage ein wenig durcheinandergeraten. Sonst erleben Sie vielleicht ebenfalls exklusive Stunden. Obwohl es durchaus seinen Reiz hat, dort draussen an der Luft zu sein. Besonders jetzt, zurück im Pressecenter, beim Schreiben dieser Zeilen.