Kommentar zum Feuz-Triumph

Die ultimative Belohnung

Beat Feuz bei der Siegerehrung im Zielraum.

Beat Feuz bei der Siegerehrung im Zielraum.

Gedanken unseres Skiexperten vor Ort über den Triumph von Beat Feuz.

An der Heim-WM in St. Moritz ist der erhoffte Schweizer Höhepunkt eingetroffen: Beat Feuz ist Weltmeister in der Abfahrt. Was für eine Geschichte! Oder vielmehr: Was für ein vorläufiges Happy End der so verrückten Reise des Schweizers durch den Skisport.

Es ist eine Reise, die schon vor Jahren hätte zu Ende sein können. Die bei vielen wohl geendet hätte. Feuz ist zigfach an seinen Knien operiert. Es ist schon fast ein medizinisches Wunder, dass er überhaupt noch richtig laufen kann. Nach einer Infektion im Knie Ende 2012 erklärten ihm die Ärzte, dass vielleicht einzig eine Versteifung noch helfen könnte.

So feierte St. Moritz seinen Abfahrtshelden Beat Feuz

So feierte St. Moritz seinen Abfahrtshelden Beat Feuz

Die schönsten Momente der Siegesfeier des Schweizer Gold-Jungen Beat Feuz

Feuz stand kurz davor, sportinvalid in Frührente zu gehen. Aber Feuz wollte eben nie, dass seine Reise schon endet. Dafür liebt er den Skisport zu sehr. Er akzeptierte, dass sein Alltag von Therapien bestimmt ist. Als wichtigste Personen in seinem Leben bezeichnet er seine Freundin. Nicht nur der Liebe wegen, sondern auch, weil sie ihn als Physiotherapeutin pflegt. Diese Konstellation hat dem 30-Jährigen geholfen, die Umstände seiner Situation besser zu verkraften.

Die Siegesfahrt von Feuz im Video:

Trotzdem war es eine schwierige Zeit für ihn. Er lebte ständig mit der Ungewissheit, wie es weitergeht. Und er lebte oft mit Schmerzen. Gestern hat er die ultimative Belohnung dafür erhalten, dass er das alles auf sich genommen hat. Er hat es sich verdient. 2015 in Beaver Creek gewann Feuz WM-Bronze in der Abfahrt. Nun ist er an der Heim-WM endgültig zum Speedkönig geworden. Diese Leistung verdient gerade mit Blick auf seine Leidensgeschichte Respekt und Anerkennung.

Die Goldmedaille in der Männerabfahrt, die als Höhepunkt jeder WM gilt, ist für den Schweizer Skiverband von enormer Bedeutung. Nachdem bereits die Frauen drei WM-Medaillen in St. Moritz gewonnen haben, geht auch das Männerteam nicht leer aus. Das ist enorm wichtig für die Ruhe. Die zweite WM-Woche ist nun eine Zugabe. Feuz geniesst sie als Zuschauer.

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