Es ist Samstagmorgen 08:24 Uhr in der Früh; der Kühlschrank ist leer und für heute Abend benötige ich Lebensmittel für ein ausgiebiges Abendessen. Es gibt eine Kleinigkeit zu feiern und vier mir nahestehende Freunde sind dazu eingeladen. Ich habe Glück, denn heute ist der grosse Gemüsemarkt in Aarau geöffnet. Der Einkaufszettel ist bereits geschrieben und schon kann meine Reise in das Herz von Aarau beginnen.

Der Ort an dem sich verschiedene Generationen über den Weg laufen. Egal ob junge oder sich über ein halbes Jahrhundert liebende Paare. Manch einer möchte vielleicht nur etwas Quatschen, oder ein feines Kafi zu sich nehmen. Doch am Ende haben sie eines gemeinsam: Den Appetit auf einen kulinarischen Gaumenschmaus und eine angenehme Zeit unter den Platanen. 

Interessantes zum Wochenmarkt in Aarau

Der grosse Gemüsemarkt / Wochenmarkt zeigt sein prachtvolles Antlitz von 07:00 – 12:00 Uhr.
Den kleineren Gemüsemarkt gibt es mittwochs von 08:00 – 12:00 Uhr, beide unter der Adresse „Am Graben in 5000 Aarau“ aufzufinden.

„Der Graben“ war bis zum Jahre 1821 ein Trockengraben von rund 20 Metern Breite und 5 Metern Tiefe. Dieser Graben hatte natürlich seinen Zweck: Zum Teil diente er als Stadtbefestigung und der ein oder andere praktisch denkende Bürger von Aarau hielt dort Hirsche.

Einmal im Jahr, nämlich immer am ersten Mittwoch im November – dieses Jahr am 06.11.2019 - findet der „Aarauer Rüeblimärt“ statt. Ein liebevolles Spektakel welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ein Beispiel vom Aarauer Rüeblimärt: Kunst & Liebe zum Detail vereint.

Möhren auf dem Aarauer Rüeblimärt kunstvoll präsentiert.

Ein Beispiel vom Aarauer Rüeblimärt: Kunst & Liebe zum Detail vereint.

Was kann man auf dem Aargauer Gemüsemarkt kaufen?

Feuerrote Tomaten. Unzählige Blaubeeren. Lila glänzende Auberginen. Eine verlockende deliziöse Aussicht eröffnet sich mir.

Köstliche frisch gepflückte Beeren. Da möchte man alle mitnehmen.

Himbeeren, Brombeeren, Mirabellen und Blaubeeren in Schachteln abgepackt.

Köstliche frisch gepflückte Beeren. Da möchte man alle mitnehmen.

Stand an Stand reihen sich die Bauern aneinander und präsentieren stolz im Schatten der Platanen ihr Obst und Gemüse. Dennoch strahlt der Platz eine entspannte Atmosphäre aus. Mittlerweile ist es 09:12 Uhr und der Markt recht gut besucht.

Übrigens sind Lebensmittel nicht das einzige was der Markt zu bieten hat. Verschiedene Blumen wie herrlich strahlend gelbe Sonnenblumen und bunte Gladiolen werden an einigen Ständen angeboten. Das lasse ich mir nicht entgehen und kaufe einen Strauss karminroter Gladiolen.

Warum sich einkaufen am Wochenmarkt lohnt

Die Menschheit befindet sich im Wandel. Viele Menschen sind naturverbundener und legen Wert auf biologische bzw. weniger gespritzte Produkte. Zudem möchten sie Bauern aus der Region unterstützen, und Nahrungsmittel aus der nahen Umgebung kaufen.

Dennoch sind einige Menschen von diesen Märkten abgeschreckt. Sie seien z.B. zu teuer. Doch das ist nicht immer der Fall. Natürlich gibt es einige Produkte die etwas teurer sind als im Supermarkt, doch prinzipiell kosten sie etwa gleich viel oder sind sogar günstiger.

Zudem kommt man mit Menschen in Kontakt. Man plauscht miteinander, und nach mehrmaligem Besuch weiss man bereits bei welchem Händler man am besten einkaufen kann. In Nullkommanichts ist man Stammkunde und wird hier und dort mit Vornamen gegrüsst. Ein Bonus der den Prozess des Einkaufens versüsst, wie ich finde.

Für mich persönlich am wichtigsten ist, dass das Geld für die harte Arbeit des Bauern, bei ihm selbst bleibt und nicht in der Ladenkasse eines grossen Konzerns verschwindet. Der Bauer investiert dieses Geld wiederum in seine Tiere für hochwertiges Futter, in die Landwirtschaft oder um Arbeitsplätze für andere zu schaffen. Allein dafür zahle ich gerne 1.- CHF mehr für meine Äpfel.

Regional einkaufen. Frisch einkaufen. Saisonal einkaufen.

So möchte ich eine These in den Raum werfen: Nirgends kann man Produkte, bequemer & frischer einkaufen als auf dem Wochenmarkt! Denn allein die kurzen Transportwege sorgen für eine Frische sondergleichen, welche es sonst nur selten gibt. Und genau deshalb sind ein Kopfsalat, Tomaten, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, diverse Beeren und Pflaumen in meinen Jutebeutel gewandert. Übrigens habe ich noch zwei Äpfel gratis dazu bekommen. Lecker.

Das Beste jedoch ist: Auf dem Wochenmarkt erfahre ich woher die angebotene Ware stammt und welche Qualität sie hat.
Zwar herrscht auch in den Supermärkten eine Auszeichnungspflicht, doch woher die Ware genau kommt oder wer sie geerntet hat, erfährt man in der Regel nicht.

Verschiedenes buntes Gemüse, wie Tomaten, Brokkoli und Karotten liegen in einem Korb.

Ein herrlicher Einkauf vom Gemüsemarkt. Gesund und farbenfroh.

Verschiedenes buntes Gemüse, wie Tomaten, Brokkoli und Karotten liegen in einem Korb.

Übrigens erhält man hin und wieder ein interessantes Rezept wie man ein bestimmtes Gemüse zubereiten kann, völlig kostenlos wohlgemerkt (an ein Schwarzwurzel-Rezept erinnere ich mich besonders; an die klebrigen Finger nach der Zubereitung ebenfalls).

Ade Plastikmüll

Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen, dass es auf dem Wochenmarkt zu Einsparungen kommt – in dreierlei Hinsicht. Als allererstes spare ich mir den lästigen Verpackungsmüll. Müllsäcke und die dazugehörigen Marken sind teuer. Mit anderen Worten spare ich auf dem Markt also doppelt. Wiederum keinen Müll zu produzieren ist gut für die Umwelt. Ein Hattrick, würde der Fussballer sagen.

Fazit:

Gemütliche Atmosphäre, regionale Produkte und der Schweizer Franken bleiben in der Region. Gute Gründe um dem Wochenmarkt in Aarau einen Besuch abzustatten. Nehmen Sie ruhig auch Ihre Kinder mit auf den Gemüsemarkt. Sie ermöglichen uns Erwachsen immer wieder Dinge von einer anderen Perspektive aus zu sehen. Zudem lernen Ihre Kinder wann und zu welcher Jahreszeit, welche Produkte wachsen und gedeihen.

Übrigens ist es mittlerweile 10:03 Uhr, Beutel und Rucksack sind üppig gefüllt, und der Geschmack von süssen Brombeeren liegt mir auf der Zunge als ich den Markt Richtung Heimat verlasse.

Was halten Besucher vom Markt? Lesen sie sich hier Meinungen dazu durch.