Der ideale Zeitpunkt

Sollte es Ihnen möglich sein, einen Weihnachtsmarkt unter der Woche zu besuchen, so nutzen Sie die Gelegenheit. Denn am Wochenende zieht es unzählige Menschen auf die Märkte – die Schlangen vor dem Glühweinstand sind lang, und wer kleine Kinder dabeihat, muss ständig befürchten, sie in dem Trubel aus den Augen zu verlieren. 

Wochentags ist die Atmosphäre ruhiger, bedächtiger. Doch ob Wochentag oder Wochenende: Am schönsten ist ein jeder Weihnachtsmarkt, wenn die Dämmerung bereits eingesetzt hat: Erst dann funkeln die vielen Lichter und flackern die Kerzen, die für feierliche Stimmung sorgen. Wer allerdings gekommen ist um einzukaufen, dem sei der Morgen empfohlen: Am Vormittag sind die meisten Märkte menschenleer und Sie können in Ruhe schauen, staunen und natürlich auch schlemmen. 

Achtung: Es gibt keine Norm für die Dauer von Weihnachtsmärkten. Während einige schon Ende November beginnen und bis tief in den Januar geöffnet bleiben, betreiben andere ihre Stände nur in der Adventszeit – an Heiligabend ist dann Schluss. Kleinere Märkte finden oft sogar nur während weniger Tage statt.

Die Qual der Wahl: Schweizer Weihnachtsmärkte

Zu den bekanntesten und schönsten Schweizer Märkten gehört zweifellos Montreux (22. November bis 24. Dezember 2018): Die Weihnachts-Chalets an der Uferpromenade sind geradezu märchenhaft. Highlight: Saint Nicolas, der in seinem Schlitten über den Genfersee „schwebt“. Ausserdem werden die Besucher allabendlich mit einer magischen Lichter- und Klangshow verzaubert.

Die grössten Schweizer Weihnachtsmärkte befinden sich in Zürich (23. November bis 23. Dezember 2018), das gleich mit mehreren Märkten aufwartet sowie in Basel (22. November bis 23. Dezember 2018) und Bern (1. bis 24. Dezember 2018). In allen drei Städten wird Weihnachten mit musikalischen, künstlerischen und besonderen kulinarischen Genüssen gefeiert.

Doch wie wäre es mal mit einem weniger bekannten Markt? Einen ganz besonderen Charme besitzt etwa der Weihnachtsmarkt in Laufenburg (14. bis 16. Dezember 2018) – das wohl einzige Weihnachtsdorf, das sich über die Grenzen zweier Länder hinweg erstreckt. Musik, ein Eisfeld und verschiedene Handwerksstände erwarten die Besucher während dreier Tage. Klein aber oho ist auch der eintägige Weihnachtsmarkt beim Schloss Münchenwiler bei Murten (30. November 2018): Hier stellt vor allem das lokale Gewerbe seine Kreationen aus. In weihnachtlichem Licht erstrahlt im Advent auch das mittelalterliche Greyerz (7. bis 9. Dezember 2018). Hier sorgt vor allem die Kulisse für Staunen. Zu den schönsten traditionellen Weihnachtsmärkten gehört auch Einsiedeln (1. bis 9. Dezember 2018): Seit über einem Vierteljahrhundert verleiht ein prächtiger Markt dem Klosterplatz und der Hauptstrasse des malerischen Städtchens ein weihnachtliches Ambiente. Und auch die Altstadt von St. Gallen (29. November – 23. Dezember 2018) funkelt in der Vorweihnachtszeit wie ein Sternenmeer. Zu essen gibt es neben feinen Weihnachtsguetzli natürlich auch St. Galler Bratwürste.

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Ausland

Die Weihnachtsmärkte in Nürnberg, Strassburg und Salzburg kennen Sie schon? Wie wär’s dann mit dem kleinen aber feinen Markt in der Altstadt von Stockholm (24. November bis 23. Dezember), dem ältesten in ganz Schweden? Statt altbekannten Weihnachtsguetzli gibt’s in den roten Holzhütten Pepparkakor (Pfefferkuchen), Saffransbullar (Safran-Wecken) und Elchwurst. Und natürlich Glögg, den schwedischen Glühwein.

Auch Dresden (28. November bis 24. Dezember 2018) ist in der Vorweihnachtszeit ein Paradies für Liebhaber der Kulinarik. Der sogenannte Striezelmarkt – benannt nach dem weltbekannten Christstollen – ist für seine erzgebirgische Stufenpyramide bekannt, die höchste der Welt. Dazu lockt der Markt mit einer lebensgrossen Krippe und einem begehbaren Schwibbogen. Auch für Kinder ist der Striezelmarkt ein Event: Der Weihnachtsmann höchstpersönlich öffnet jeden Tag ein Tor des Adventskalenders und im Wichtelkino gibt es vorweihnachtliche Zeichentrickfilme, eine Kindereisenbahn und eine Bäckerei. Hier dürfen schon die ganz Kleinen unter Aufsicht Guetzli backen.

Nicht nur im Europapark Rust (24. November 2018 bis 6. Januar 2019, ausser 24. und 25. Dezember) wird Weihnachten zelebriert, auch den zweitältesten Vergnügungspark der Welt in Kopenhagen (17. November bis 31. Dezember 2018) schmücken im Advent Hunderte von Weihnachtsbäumen und Abertausende von Lichtern. Zu den Hauptattraktionen des Tivoli zählt dabei der zugefrorene See, auf dem die Besucher eislaufen können.

Der Prager Weihnachtsmarkt (2. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019) gehört gerade wegen seiner Beschaulichkeit zu den schönsten in Europa. Sein mittelalterlicher Charme zieht Besucher aus der ganzen Welt an. An den Handwerksständen sind Holzspielzeuge, Glasbläsereien und verschiedene Weihnachtsdekorationen erhältlich. Neben Glühwein gib es hier auch Met, also Honigwein.

Ganz Riga (30. November 2018 bis 6. Januar 2019) ist in der Adventszeit von glitzernden Bäumen erhellt. Besonders eindrucksvoll: der Domplatz im historischen Zentrum. Der Weihnachtsmarkt besticht durch kulinarische Köstlichkeiten und kreative Kleinigkeiten. Ein Teil der Einnahmen wird übrigens karitativen Einrichtungen gespendet.

Wen es Richtung Süden zieht, der kann zum Beispiel über den Weihnachtsmarkt in Barcelona (1. bis 23. Dezember 2018) schlendern. Am Platz Pla de la Seu im Stadtviertel Barri Gòtic befindet sich der schönste und älteste Weihnachtsmarkt der Stadt: der Fira de Santa Llúcia. Auf dem Innenhof der Kathedrale steht eine wunderschöne Krippe mit lebensgrossen Figuren. Neben den „Caganer“, typischen katalanischen Krippenfiguren, die mit runtergelassener Hose ihr Geschäft verrichten, gibt es hier Grünzeug, Kunsthandwerk und traditionelle Musikinstrumente zu kaufen. Süssmäuler kommen an typisch spanischen Süssigkeiten wie Polvorones und Turrón kaum vorbei.

Auch Zagreb wartet mit einem schönen Weihnachtsmarkt auf. Das Zentrum der Feierlichkeiten: der Ban Josip Jelačić Platz. Hier gibt es eine grosse Open-Air-Bühne für Konzerte und einen riesigen Weihnachtsbaum. Im Zrinjevac Park befinden sich verschiedene Stände für Kunsthandwerk und traditionelle Geschenke. Auch hier gibt es natürlich Glühwein – und štrukli, ein warmes Gebäck, das mit Käse gefüllt ist.

Die richtige Ausrüstung

Der schönste Weihnachtsmarkt ist für die Katz, wenn Sie falsch angezogen sind. Gegen kalte Hände mag ein Glühwein helfen, aber kalte Füsse sind ein absolutes No-Go. Warme und bequeme Schuhe sind unerlässlich. Wer auf Nummer Sicher gehen will, zieht Thermounterwäsche an und verzichtet weder auf Kappe noch auf Handschuhe.