Jeden Morgen ist im Thermalbad in Bad Zurzach bereits viel los. Die einen schwitzen in der Sauna, andere schwimmen im warmen Thermalwasser oder lassen sich von den Wasserdüsen die Muskeln massieren. Einige Gäste treiben entspannt im Solebad auf dem Wasser. In einem IndoorSchwimmbecken findet einer der Wassergymnastikkurse statt, welche stündlich angeboten werden und im Eintrittspreis inbegriffen sind. Die Lektion um 9.15 Uhr ist gut besucht. Es gibt kaum mehr einen freien Platz im Wasser. Die Trainerin zeigt Übungen, um Rheumaschmerzen zu lindern. Es sind nicht allein die Übungen, welche guttun, sondern es ist auch das Thermalwasser, das seine Wirkung zeigt.

Wunder der Natur

«Durch Zufall wurde das wertvolle Wasser 1914 entdeckt. Damals wurden in Bad Zurzach Salzbohrungen im grossen Stil durchgeführt. Man war jedoch zu fest auf das Salz fixiert, daher wurde die sprudelnde Quelle sofort wieder geschlossen», erzählt Dominik Keller, Geschäftsführer der Thermalbad Zurzach AG. In den 1950erJahren erinnerte sich der Arzt Dr. Martin Erb an dieses heilsame Wasser. Der engagierte Mediziner wollte unbedingt das Thermalwasser für seine Arbeit nutzen, nur musste zuerst wieder nach der Quelle gesucht werden. Einige der ortsansässigen Familien investierten in das Projekt. Die Bohrungen blieben lange Zeit erfolglos. Kurz bevor das Projekt zum Scheitern verurteilt war, schoss eine riesige Wasserfontäne mit 500 Liter Wasser pro Minute in die Höhe. «Sofort wurde ein grosses Volksfest organisiert. Die Kirchenglocken läuteten, die Kinder hatten schulfrei und alle eilten zur Quelle mit grossen Becken und Behältern, um darin zu baden. Laut Erzählungen muss es ein eindrückliches Spektakel gewesen sein», schildert Keller.

430 Liter pro Minute

Innerhalb kurzer Zeit wurde damals der Badebetrieb aufgenommen. In einer Baracke mit 14 Wannen konnte die Bevölkerung sich im Wasser erholen und vergnügen. «Wie in den Anfangszeiten wird auch heute das heilsame Thermalwasser artesisch genutzt. Das heisst, das 39,9 Grad warme Wasser sprudelt aus einer alkalischen GlaubersalzTherme in 430 Meter Tiefe mit eigener Kraft an die Oberfläche. Pro Minute sind es 430 Liter», weiss Keller. In Bad Zurzach gibt es drei Quellen, welche 50 Meter voneinander entfernt liegen. Zwei Quellen werden für die Wasserlandschaft im Thermalbad und für das Zurzacher Mineralwasser genutzt. Das Natrium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Chlorid-haltige Wasser wirkt besonders lindernd bei Rheumaerkrankungen, Bewegungsstörungen und Magenleiden. Es eignet sich zudem für Trinkkuren bei Gallen, Leberund Magenleiden, Magenübersäuerung und Verstopfung. Die dritte Quelle wird derzeit nicht genutzt.

Auch Fische lieben das Thermalwasser

In den letzten Jahren wurde viel in das Wohlbefinden der kleinen und grossen Gäste investiert. Die Thermalbad Zurzach AG engagiert sich aber auch genauso mit ihrem nachhaltigen Ressourcenumgang in den Bereichen Energie und Klimaschutz. Die Becken in der Wasserlandschaft werden vorwiegend durch Ozon gereinigt. Nur wenig Chlor wird dem Wasser beigefügt. «Jeden Tag wird eines der Becken komplett geleert und wieder frisch gefüllt.» Dem abgebadeten Wasser werden mit Wärmerückgewinnung 30 Grad Celsius entzogen. Eine Wärmepumpe leitet die Abwärme in den Heizkreislauf. Das gereinigte und gekühlte Heilwasser fliesst in den Rhein. «Das freut die Fische. Die Bad Zurzacher Fische leiden nicht wie andere unter Rheuma.» Dominik Keller lacht.