Tapeten gibt es schon seit dem späten Mittelalter. Doch erst durch die Verbindung von Papierherstellung und Druck sowie neuer Druck- und Walztechnik wurde im 18. Jahrhundert ein schneller «Tapetenwechsel» einfacher und für die breitere Masse erschwinglich. In der Neuzeit feierte die Tapete ihren Höhepunkt in den 70ern, als psychedelische bunte Munster die Wände schmückten. Danach verschwand sie für eine Weile von der Wand. Zumindest von der Wand der Trendsetter. Von den 80ern bis Anfang der Jahrtausendwende haftete der Tapete ein negativer Touch an, war sie doch – insbesondere in Form der Raufaser – der Inbegriff von Spiessigkeit. Doch jeder Trend erlebt eine Renaissance, so auch die Tapete: Der stetige Wunsch nach Veränderung, die Vielfalt an neuen Mustern sowie das Aufkommen neuer Technologien lässt die Tapete als neues Must-have der Wanddekoration seit einigen Jahren auf- und hochleben.

EIN KLEINER ÜBERBLICK

Die klassische

Die Papiertapete gibt es heute in allen erdenklichen Mustern und Farben. Häufig besteht sie aus Recyclingpapier, das mehr- farbig bedruckt wird. Wichtig ist bei der Auswahl das Gewicht der Tapete, denn die Qualität von Papiertapeten bemisst sich nach ihrem Rohgewicht.

Die dämmende

Statt aus Papier werden die Thermovlies-Tapeten aus einem dünnen, textilen Verbundstoff hergestellt und als Untertapete direkt auf die Wände gebracht. So funktionieren sie als energetische Innenwandsysteme, die die Aufheizzeit der Räume verringern und die Wärme länger in den beheizten Zimmern halten.

Die strapazierfähige

Vinyltapeten werden auf der Basis von PVC oder Vinyl hergestellt und sind daher strapazierfähiger und wasserbeständiger. Ideal also insbesondere für Küchen und Bäder (Feuchträume).

Die handliche

Der Vorteil von Vliestapeten liegt in ihrer besonders leichten Verarbeitbarkeit. Wegen ihrer Wasser- und Dampfbeständigkeit können sie zudem gut in Küche oder Nassbereich eingesetzt werden. Zudem lassen sie sich später rückstandslos entfernen und trocken von der Wand abziehen.

Die personalisierte

Durch die digitale Drucktechnik erlebt die Foto- bzw. Wandbildtapete eine echte Renaissance. Beliebt ist vor allem die Möglichkeit, mit eigenen Bildern Fototapetenunikate zu gestalten.

Die dreidimensionale

Textilfasern werden unter elektrostatischer Aufladung auf ein Trägermaterial geklebt. Dadurch entstehen bei der Flocktapete Muster und Motive, die sich spürbar vom Hintergrund abheben. Sie haben eine weiche, samtige Oberfläche, die von Samtstoff kaum zu unterscheiden ist.

Die luxuriöse

Für Liebhaber hochwertiger Tapeten bieten Seidentapeten auch ein haptisches Erlebnis. Für die Herstellung wird dabei meist auf eine hochwertige Papierbahn als Trägerschicht echte Seide kaschiert.

Die rustikale

Die Ledertapete könnte theoretisch zur Schall- und Wärmeisolation beitragen, Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei trockenen Luftbedingungen wieder abgeben. Sie wird heute jedoch nur noch wenig verwendet. Meist wird für den optischen Effekt ein Lederimitat verwendet.

Die natürliche

In vielen Bereichen unseres Lebens geht der Trend zurück zur Natur. So auch bei der Wandverkleidung. Die meist warmen Farben und organischen Strukturen der Naturtapeten mit Materialien wie Sisal, Schilf, Gras oder Kork tragen zu einer wohligen Stimmung in den Räumen bei.