Urban Gardening

Chruut & Rüebli für Kreti & Pleti

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Urbanes Gärtnern boomt. In den oft gemeinschaftlich geführten Stadtgärten gedeihen nicht nur Basilikum und Tomaten, sondern auch Freundschaften und Visionen.

Von Südafrika bis Nordamerika – in Städten wird gebuddelt und gepflanzt, geerntet und geschmaust. Auf Brachen, Dächern und Grünstreifen gedeihen Blumen, Kräuter und Gemüse. Die ehemalige Autostadt Detroit ist mit 200 Gemeinschaftsgärten eine Art Mekka des «urban gardening». In den Gärten wird politisiert und philosophiert, gestritten und geliebt. Denn Essen eignet sich wie kaum ein anderes Thema, Menschen zusammenzubringen und Nachhaltigkeit und Solidarität erlebbar zu machen.
In den Stadtgärten dieser Welt werden nicht nur gesunde Lebensmittel angebaut; es wird auch Natur wieder erfahrbar gemacht. Und sie sind Experimentierfelder für Zukunftsthemen: Wie können neue Wohlstandsmodelle aussehen, wie können interkulturelle Begegnungen gefördert werden? Was bedeutet Teilhabe und sinnvolle Beschäftigung in der Postwachstumsgesellschaft?

Die Gärten der Slums

In Caracas, Delhi oder Singapur existieren die städtischen Gärten schon lange – inmitten der Favelas und Slums. Sie sichern den Armen Nahrung und ein kleines Einkommen. Viele der Gemeinschaftsgärten sind in Eigeninitiative entstanden, andere werden vom Staat, von NGOs oder privaten Firmen betreut. Und auch die Welthungerhilfe setzt auf städtische Äcker: Sie unterstützt diverse Projekte in Liberia, Nordkorea und auf Kuba.
Kuba ist heute Vorreiter für Agrarökologie und städtische Biolandwirtschaft. Mit dem Ostblock brach auch die Wirtschaft im kommunistischen Kuba zusammen. Dies zwang das Land zu einer ökologischen Umstellung. Statt grosse, energieintensive Farmen versorgten nunmehr «organo-ponicos» die Bevölkerung, kleine landwirtschaftliche Betriebe in oder am Rand von Städten. Dank der «Revolución Verde» wachsen heute mehr als zwei Drittel des in Havanna verzehrten Obsts und Gemüses innerhalb der Stadtgrenzen.

Gärtnern macht Freu(n)de

Auch hierzulande erobern Städter immer mehr freie Flächen des öffentlichen Raums. Das Projekt «clever geniessen» in St. Gallen und die Stadionbrache in Zürich sind zwei von Hunderten von Beispielen. Alleine der Verein Urban Agricultur Basel betreut gegen 50 Projekte in der Stadt. Dabei steht nicht die Subsistenzwirtschaft im Vordergrund, sondern die Verschönerung und Bereicherung des Lebens in der Stadt. Nachbarschaftliche Beziehungen werden gestärkt; neue Gemeinschaften entstehen. Darüber hinaus verbessert das Gärtnern in der Stadt das Mikroklima und leistet einen Beitrag zur Artenvielfalt und nachhaltigen Stadtentwicklung, zur Bildung und Sensibilisierung für nachhaltige Lebensstile. Es dient der Entspannung und ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Menschen, die ansonsten vielleicht isoliert zu Hause sitzen würden. Gepflanzt wird meist in Kisten, Töpfen, Körben, Einkaufswägelchen oder alten Badewannen. So kann auch Gemüse und Kräuter anbauen, wer nur über einen Balkon verfügt. Denn Gärtnern macht Spass. Versuchen Sie es doch auch. 

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