Die C-Parteien sind im Wallis eine Macht. Doch diese erodiert. Auch in diesem Wahlkampf lautet die Losung: Alle gegen die CVP und CSP Oberwallis. Die C-Parteien stellen heute vier der acht Walliser Nationalräte. Dass sie alle Sitze verteidigen können, ist alles andere als sicher. Zwar treten drei von vier Bisherigen wieder an. Doch alle sind sie während der Legislatur nachgerückt, politisieren also noch nicht lange in Bern. Es sind dies: Thomas Egger, Benjamin Roduit und Philipp Bregy. Géraldine Marchand-Balet tritt nach nur vier Jahren nicht mehr an. Bei den letzten Wahlen 2015 hatten die C-Parteien die besseren Zugpferde auf ihren Listen: Die heutige Bundesrätin Viola Amherd etwa oder der über eine Stalking-Affäre gestolperte Yannick Buttet. Die Wahl hat auch eine regionalpolitische Komponente. Besonders gefährdet ist nämlich der Oberwalliser Egger – sein Sitz könnte ins Unterwallis gehen.

2015 hatte die SP ihren zweiten Sitz an die C-Parteien verloren. Es fehlten ihr weniger als 4000 Stimmen. Diese Schmach wollen die Linken heuer überwinden. Das linke Lager tritt geschlossen an. Mit den Grünen, die auch im Wallis Aufwind haben, könnte ihnen das Manöver gelingen. Die SVP will ihre Sitze mit den amtierenden Nationalräten Franz Ruppen und Jean-Luc Addor verteidigen, was gelingen sollte. Unbestritten ist der freisinnige Sitz von Philippe Nantermod.

Im Ständerat kommt es zu einer Rochade. CVP-Ständerat Jean-René Fournier tritt wegen einer Amtszeitbeschränkung nicht mehr an. Marianne Maret soll für die CVP den Unterwalliser Sitz sichern. Sie wird herausgefordert von Philippe Nantermod, Mathias Reynard (SP) und Cyrille Fauchère, dem Präsidenten der Unterwalliser Kantonalpartei. Diese grossen Namen werden die 127-jährige C-Dominanz im Ständerat wohl aber kaum brechen können. Grossrätin Maret, obschon wenig bekannt, dürfte das Rennen machen. Denn die Widersacher der Christdemokraten werden sich im zweiten Wahlgang kaum auf einen Namen einigen können. Der Oberwalliser CVP-Ständerat Beat Rieder tritt wieder an. Seine Wahl dürfte nicht gefährdet sein.