Ratgeber Gesundheit

Weisheitszähne entfernen oder nicht?

Ratgeber Gesundheit

Ratgeber Gesundheit

Ich bin 26 und habe noch alle meine Weisheitszähne. Sollte ich diese entfernen lassen? Ist das eine grosse Operation? Wird sie von der Krankenkasse bezahlt? Herr M. N. aus A.

Grundsätzlich müssen symptomlose, beschwerdefreie, retinierte (zurückgebliebene) oder verlagerte Weisheitszähne nicht unbedingt entfernt werden. Es gilt aber, einige
Spätkomplikationen zu berücksichtigen. Während des Durchbruchs der Zähne im teilretiniertem Zustand kommt es häufig zu akuten Infekten mit schmerzhafter Schwellung der Schleimhautgewebe um die Krone herum, was die Entfernung der Zähne notwendig macht. So
können ein Fortschreiten der Infektion und eine Abszessbildung mit Einschränkung der Mundöffnung und teilweise Schluckbeschwerden verhindert werden. Nicht durchgebrochene Weisheitszähne können zur Entstehung von sogenannten follikulären Zysten führen, die lange unbemerkt bleiben. Diese sind zu Beginn nicht schmerzhaft und werden meistens durch eine radiologische Zufallsuntersuchung entdeckt. Ein weiterer Grund, die Weisheitszähne zu entfernen, ist die Vermeidung der Beschädigung der gesunden Nachbarzähne. Auch kieferorthopädische (z. B. Engstand) oder prothetische Gründe können für eine Entfernung
sprechen. Die verlagerten Weisheitszähne können zu ausstrahlenden Neuralgien oder Kiefergelenksbeschwerden führen. Schätzungsweise verursachen ca. Dreiviertel der nicht durchgebrochenen Weisheitszähne im Laufe der Zeit unerwartete Komplikationen. Aufgrund der vielen möglichen Komplikationen wird die Entfernung der Weisheitszähne bereits im reizlosen
Zustand und frühzeitig empfohlen. Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff in Lokalanästhesie, der je nach Lage und Position des Zahnes ca. 10 bis 30 Minuten dauert. Der Eingriff wird von der Krankenkasse nicht zurückvergütet.

Meistgesehen

Artboard 1