Ratgeber Gesundheit

Was sollen Kinder über die psychische Erkrankung ihrer Eltern wissen?

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Mein Mann ist aufgrund einer mittelschweren Depression in einer Tagesklinik in Behandlung. Unseren drei Kindern (6, 9 und 11) haben wir nichts davon erzählt. Nun sind wir unsicher, ob es nicht besser wäre, mit den Kindern über die Erkrankung zu sprechen. Was spricht dafür? Frau F. K. aus A.

Eine altersgerechte Information über die psychische Erkrankung des Vaters entlastet die Kinder und hilft ihnen, die Situation einzuordnen. Wenn Kinder keine Erklärung bekommen, was mit dem erkrankten Elternteil los ist, leiden sie unter Schuldgefühlen. Ein ehrlicher Umgang stärkt zudem die Eltern- Kind-Beziehung. Kinder nehmen veränderte Verhaltensweisen ihrer nächsten Bezugspersonen früh wahr. Sie spüren schnell, wenn sich ein Elternteil verändert. Häufig beziehen Kinder diese Veränderungen auf sich und fühlen sich schuldig. Wenn sie der Vater weniger anlächelt, schneller schimpft oder weniger Interesse zeigt, schlussfolgern sie daraus, dass er sie nicht mehr gerne hat. Es ist für die Kinder entlastend zu erfahren, dass der Vater aufgrund seiner Erkrankung seine Gefühle weniger spüren und zeigen kann. Für die Kinder ist es wichtig zu wissen, dass die psychische Erkrankung das Verhalten des Vaters verändert hat. Das Wissen von der Behandlung des Vaters trägt ebenso zur Entlastung der Kinder bei. Denn nicht sie können bewirken, dass es ihm wieder besser geht; dafür braucht es die Unterstützung von psychiatrischen Fachpersonen, die zum Beispiel in der Tagesklinik arbeiten, wo sich der Vater behandeln lässt. Zur altersgerechten Information können geeignete Bilderbücher eine hilfreiche Unterstützung sein. Büchertipps, Information und Beratung zum Thema «Mit Kindern über psychische Erkrankungen sprechen» erhalten Sie kostenlos bei der Fachstelle für Angehörige. Beratungen können mit oder ohne Kinder erfolgen. Kontakt: Tel. 056 462 24 61, angehoerige@pdag.ch, www.pdag.ch.

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