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Was ist besser, ein Titan- oder ein Keramik-Implantat?

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Letzte Woche habe ich auf einen Stein gebissen und dabei einen Zahn abgebrochen. Er musste entfernt werden. Nun wurde mir empfohlen, ein Titan- oder Keramik-Implantat zu machen. Welches ist der Unterschied zwischen den beiden? Sind beide gut verträglich und langlebig? Herr M. B. aus B.

Lange Zeit waren metallische Implantate aus Titan der Goldstandard im Bereich der zahnärztlichen Implantologie. Seit Anfang der 2000er-Jahre werden als zusätzliche Behandlungsoptionkeramische Implantate aus Zirkonoxid angeboten. Zirkonoxid ist eine Hochleistungskeramik, die im Vergleich zu anderen Keramiken die biomechanische Stabilität besitzt, den Kaukräften in der Mundhöhle standzuhalten.

Die Unterschiede zwischen beiden Implantattypen liegen in den Materialeigenschaften: Zirkonoxid ist eine Oxidkeramik, die aus verschiedenen zusammengesetzten Elementen besteht. Im Gegensatz dazu ist Titan ein Reinmetall. Durch die unterschiedlichen Zusammensetzungen und Bestandteile haben beide Materialien verschiedene physikalische Eigenschaften. Der offensichtlichste Unterschied besteht in der Farbe: Während Keramikimplantate eine weisse, zahnähnliche Farbe besitzen, sind die metallischen Titanimplantate grau.

Prinzipiell sind sowohl Titan- als auch Keramikimplantate sehr gut gewebeverträglich; jedoch beeinflussen die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften beider Materialien auch massgeblich die Verträglichkeit. So gibt es erste wissenschaftliche Untersuchungen, die zeigen, dass Keramik- einen Vorteil  gegenüber Titanimplantatenhaben, wenn es zu Entzündungen kommt. Jedoch fehlen noch klinische Langzeitstudien, die diesen Trend bestätigen.

In Bezug auf klinische Verlässlichkeit und Langlebigkeit haben sich Titanimplantate im klinischen Alltag bewährt. Klinische Studien konnten Überlebensraten von über 95 Prozent für Untersuchungszeiträume von zehn Jahren und mehr zeigen. Da Zirkonoxid-Implantate der neuesten Generation erst seit etwa 2014 auf dem Markt sind, gibt es noch keinen «Langzeitstatus», so wie man es von Titanimplantaten kennt. Klinische Studien zeigen aber Überlebensraten von ebenfalls über 95  Prozent für Nachuntersuchungszeiträume von bis zu fünf Jahren und machen diese mit Titanimplantaten vergleichbar.

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