Das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS, wird vererbt. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Es wird aber längst nicht in allen Fällen diagnostiziert. Typische Symptome sind verminderte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, motorische Unruhe, Impulskontrollschwierigkeiten, starke Verträumtheit und Gedankenabschweifen. Je nachdem, wie man sich im Alltag einrichtet, muss ADHS nicht stören. So sind zum Beispiel Gedankenvielfalt und Kreativität, die auch zum ADHS gehören können, etwa bei einem Job in der Werbung durchaus hilfreich. Bei Routine- und Sachbearbeitungsaufgaben hingegen werden dieselben Eigenschaften eher störend sein. Aus der Erfahrung des wiederholten beruflichen Scheiterns und der sprunghaften Interessenvielfalt kann über die Jahre ein negatives Selbstbild entstehen. So scheint es bei Ihrem Vater der Fall zu sein. Damit Sie frühzeitig Gegensteuer geben können, empfehle ich Ihnen, eine Abklärung zu machen. Auf wenig seriöse Weise wird verbreitet, dass ADHS-Medikamente wie Ritalin die Persönlichkeit verändern. Von diesem Vorurteil sollten Sie sich nicht beirren lassen. Denn bei richtiger Dosierung würde ein Medikament über eine Wirkzeit von vier bis sechs Stunden jene Konzentrationsfähigkeit erzeugen, die Ihnen im Arbeitsalltag fehlt. Eine Persönlichkeitsveränderung hingegen ist eher einer Fehldosierung zuzuschreiben. Alternativ zu einem Medikament könnten Sie ein ADHS-Coaching wahrnehmen, in dem Sie über mehrere Sitzungen an bestimmten Alltagsverhaltensweisen, beispielsweise Zuspätkommen, arbeiten. Da eine Psychotherapie bei ADHS Ausdauer erfordert, ist dazu eine begleitende medikamentöse Behandlung sinnvoll. Weitere Informationen unter: Tel. 056 461 93 00, E-Mail adhs@pdag.ch, www.pdag.ch