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Nächtlicher Harndrang nach Operation

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Wegen einer Blasensenkung habe ich lange unter Blasenentzündungen gelitten. Der Gynäkologe riet zu einer Operation. Es wurde mir ein Netz eingelegt. Seither wache ich in der Nacht drei- bis viermal auf, um Wasser zu lösen. Hin und wieder verspüre ich danach Bauch- und Rückenschmerzen. Was kann ich tun? Frau M. G. aus K.

Nach Operationen ist immer zu überlegen, ob eine operationstypische Nebenwirkung aufgetreten ist. Ihre Senkungsoperation wurde mit einem Netz durchgeführt. Nach einer solchen Operation am Beckenboden kann es sein, dass störender Harndrang vorkommt, ohne dass dies mit einer Komplikation in Verbindung gebracht werden muss. Oft verschwinden diese Beschwerden innerhalb von drei bis sechs Monaten. Senkungsoperationen mit Netzen können in seltenen Fällen jedoch nachhaltige Probleme verursachen. Dazu gehören Schmerzen, Wundheilungsstörungen im Vaginalbereich oder Organverletzungen der Harnblase oder des Darmes. Schmerzen oder Blasenbeschwerden können in diesem Zusammenhang auftreten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass eine Blaseninfektion, die einen Reizzustand ausgelöst hat, oder wiederholte Blaseninfektionen solche Blasenbeschwerden auslösen. Untypisch ist, dass der von Ihnen geschilderte Harndrang Sie vor allem nachts stört und am Tag keine Beschwerden verursacht. Es braucht also eine weitergehende Untersuchung, um herauszufinden, woher ihre Beschwerden kommen. Ich würde raten, den Beckenboden und die Blase mittels gynäkologischem Ultraschall zu untersuchen und eine Urindiagnostik anzufertigen. Das Netz kann durch eine gynäkologische Untersuchung analysiert und getastet und der Bezug des Netzes zur Blase und zur Vagina mittels Ultraschall dargestellt werden. Allenfalls wäre auch eine Blasenspiegelung notwendig. Sollte keine Ursache erfassbar sein, so ist auch daran zu denken, dass Reizblasenbeschwerden (wie starker Harndrang bis zur Inkontinenz) mit zunehmenden Alter häufiger werden, ohne dass eine Ursache gefunden werden kann. Dann muss eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Dazu gehören Blasen- und Trinktraining, Physiotherapie sowie Medikamente

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