Ratgeber Gesundheit

Blasenentzündungen vorbeugen

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Ich (78) habe immer wieder eine entzündete Blase und muss deshalb Antibiotika nehmen. Gibt es Alternativen? Und was kann ich tun, um Blasenentzündungen zu verhindern?

Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen sollte abgeklärt werden, ob ein begünstigender Faktor für das vermehrte Auftreten vorliegt. An erster Stelle stehen hier Veränderungen der Harnblase, des Harnleiters oder der Harnröhre sowie der Vagina (inkl. mangelnde natürliche Besiedelung mit Bakterien). Beispielsweise gibt es Frauen, die durch eine entzündete Vagina oder durch Veränderungen der Blase immer wieder Harnwegsinfektionen haben. Bei einer akuten Blasenentzündung gibt es keine sichere Alternative zu Antibiotika. Im Falle einer milden Entzündung, d. h. ohne Allgemeinsymptome wie Fieber oder Schüttelfrost, kann eine symptomatische Therapie mittels Erhöhung der Trinkmenge und Schmerzmitteln versucht werden. Eine engmaschige Kontrolle durch den behandelnden Arzt ist dann anzuraten. Man sollte darauf achten, Antibiotika gemäss Vorschrift des Arztes einzunehmen und die Dauer der Therapie weder zu verlängern noch zu verkürzen. Bei wiederkehrenden Infekten sollte der behandelnde Arzt zudem eine Identifikation des Bakteriums und dessen Resistenzmusters anstreben. Falls immer derselbe Keim nachgewiesen wird, deutet dies auf einen persistierenden Infektionsherd hin und muss weiter abgeklärt werden. Zur Prophylaxe von wiederkehrenden Harnwegsinfektionen sollte man einen möglichen auslösenden Faktor suchen und diesen beheben. Falls dies ausgeschlossen wurde, gibt es weitere vorbeugende Massnahmen. Falls nichts dagegen spricht, wie z. B. eine Herz- oder Nierenerkrankung, soll die tägliche Trinkmenge auf mindestens 2–3 Liter gesteigert werden. Dadurch kommt es zum vermehrten Wasserlösen, was die Bakterien aus den Harnwegen spült. Zudem kann man einen Versuch mit Cranberry (ca. 3dl/Tag) oder Preiselbeersaft (ca. 2dl/Tag) machen. Man sollte auf eine zwar regelmässige, aber nicht übertriebene Intimhygiene achten und dazu pH-neutrale Produkte verwenden. Die Applikation von Vaginalduschen stört die natürlich vorkommenden Bakterien im Urogenitalbereich und begünstigt Blasenentzündungen. Nach dem Geschlechtsverkehr sollten Frauen Wasser lösen. Nach der Menopause können lokale, vaginale Östrogenpräparate Abhilfe schaffen. Weitere Möglichkeiten sind das Uro- Vaxom (eine Art Impfung) sowie die Einnahme von D-Mannose. Diese Massnahmen sollten auf die Patientin individuell abgestimmt werden.

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