Bis zur Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert waren sehr viele Betriebe auf Standorte entlang der Wasserläufe angewiesen. Erst als die Leistung der Wasserräder und Turbinen nicht mehr nur via Triebriemen und Seilzüge, sondern mit Elektrizität weitergeleitet werden konnte, waren auch andere Standorte möglich. Aber letztlich blieb weiterhin das Wasser die treibende Kraft für die Industrialisierung im Aargau. Er ist heute der fünftgrösste Wasserkraftkanton – nur knapp hinter Tessin und Bern.

Industriekulturpfad Aabach
Rund 15 Kilometer ist er lang, der Aabach zwischen dem Hallwilersee und der Aare. Und wer will, kann auf der rund 6-stündigen Wanderung (auch in Teilstücken möglich) in die Vergangenheit eintauchen. 26 Wasserkraftwerke waren laut Statistik 1928 in Betrieb und jetzt zieren 27 Infotafeln den Weg von Hallwil nach Wildegg. Auf den Tafeln ist zu lesen, wie die Wasserkraft genutzt und was zum Schluss damit produziert wurde. Die Mehlherstellung war ein Kernthema, aber auch Tabakstampfen, die Produktion von Gewehrläufen, Baumwollspinnen, Ziegelherstellung und natürlich die weltbekannten Hero-Konserven haben die Industriegeschichte im Seetal und entlang dem Aabach geprägt.

Was wäre Lenzburg ohne die Familie Hünerwadel?
Viel ist von der Bleiche nicht übrig geblieben. Wenn man jedoch die Grundrisse von 1858 betrachtet, sieht man, dass diverse Gebäude zum ganzen Bleichekomplex gehörten. Längst stillgelegt, fristet das Mühlrad der Bleiche ein einsames Dasein. «Das soll sich ändern», so Martin Stücheli, denn: «Die Geschichte der Familie Hünerwadel hier in der Bleiche geht noch viel weiter zurück. Der Ort kann als eigentlicher Beginn der Industrialisierung im Aargau bezeichnet werden – ohne die Hünerwadels würden wir in Lenzburg heute nicht so eine erfolgreiche Industriegeschichte schreiben. Deshalb ist besonders darauf zu achten, dass nicht noch mehr von der Geschichte verschwindet.» Am 22. August, ab 18 Uhr haben alle Interessierten die Gelegenheit, sich in der Bleichi in Lenzburg über die Industriegeschichte zu informieren und sich in der Bleichibeiz auszutauschen. Weitere Infos zu Führungen und Aktivitäten des Vereins Industriekultur am Aabach unter
www.industriekultur-aabach.ch

Industriekulturpfad Limmat–Wasserschloss
Rund 40 Bild- und Texttafeln erzählen auf dem Weg von Wettingen bis nach Brugg von Pionieren, technischen Innovationen, industrieller Produktion, aber auch von den Lebensverhältnissen der Arbeiterinnen und Arbeitern. Die Region des Industriekulturpfads Wasserschloss war seit dem 19. Jahrhundert eine der am höchsten industrialisierten der Schweiz. In verschiedenen Gemeinden waren über Jahrzehnte hinweg 70 oder gar 80 Prozent der Erwerbstätigen in der Industrie beschäftigt. Der Verein Melonenschnitz, der private Förderverein des Historischen Museums Baden, hat es zu seiner Aufgabe gemacht, den vor über 20 Jahren entstandenen «Industriekulturpfad Limmat–Wasserschloss» zu aktualisieren, weiterzuentwickeln und bekannt zu machen. Gruppenführungen und massgeschneiderte Angebote für Schulklassen auf dem Industriekulturpfad Limmat–Wasserschloss (Teilstrecken) werden vom Historischen Museum Baden auf Anfrage organisiert und durchgeführt. www.museum.baden.ch
www.industriekulturpfad.ch