«Unsere elektronische Lernplattform ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken und ich wage zu behaupten, dass keiner der über hundert Lehrpersonen an der BBB zur früheren Unterrichtsform mit Büchern, Block und Bleistift zurückkehren will.» Ein grosser Vorteil, sowohl für die Lehrpersonen als auch für die Lernenden, ist die Tatsache, dass jederzeit und von überall her auf das Unterrichtsmaterial zugegriffen werden kann. Rolf Häner weiss: «Im Zuge der heutigen Mobilität wird das sehr geschätzt. Ohne schwere Bücher rumzuschleppen, kann man unkompliziert und ganz einfach im Zug oder im Bus sein Wissen vertiefen oder etwas nachschauen. Und auf unsere Druck- und Kopierkosten hat sich die Umstellung auch sehr positiv ausgewirkt.»

Umdenken
Das Aufarbeiten des Schulstoffes erforderte ein Umdenken der Lehrpersonen: «Wir mussten raus aus unseren Schulzimmern und gemeinsam in den Fachgruppen überlegen, wie wir die vom Lehrplan geforderten Fähigkeiten und Fertigkeiten über die Plattform vermitteln können. Das war für jedes Thema in der Anfangsphase ein enormer Aufwand. Jetzt, nach über zwölf Jahren, können wir auf eine umfassende, stets wachsende Sammlung von Inhalten und Lernaktivitäten zurückgreifen, die ständig weiterentwickelt werden. Sämtliche Lernenden und Lehrenden haben Zugriff auf alle Daten, was beim Vorbereiten des Unterrichts heute zu einer massiven Effektivitätssteigerung führt. Früher galt für einen Lehrer ‹Ich und meine Klasse›, heute leben wir nach dem Motto ‹Wir und unsere Schule›. Dank der Digitalisierung unseres Schulunterrichtes steht uns deutlich mehr Zeit zur Verfügung, um auf Probleme einzelner Lernender einzugehen – die personalisierte Lernplattform sorgt dafür, dass in solchen Situationen der Rest der Klasse trotzdem weiterarbeiten kann.»

Kompetenzen entwickeln
Rolf Häner erläutert weiter: «Neben dem nötigen Basiswissen sind in der Arbeitswelt vermehrt Kompetenzen gefragt: Kreativität, lösungsorientiertes Denken, gesunder Menschenverstand, gute Umgangsformen und virtuelle Teamarbeit sind nur einige davon. Wir sind über das Bildungsnetzwerk Baden im Gespräch mit der Wirtschaft. Unsere Aufgabe als Berufsfachschule ist es, die zukünftigen Berufsleute auf die Erwartungen der zukünftigen Arbeitgeber vorzubereiten. Und das funktioniert nur, wenn man sich untereinander austauscht.»

«Ballungszentren für Bildung, so wie Baden eines ist, sind attraktivfür die Wirtschaft.»

Eine weitere Schnittstelle besteht zu den Schulen: «Ich gehe davon aus, dass die heutigen Schülerinnen und Schüler fit sein werden für die Herausforderungen der laufenden Industrialisierung, falls die geplanten Umstrukturierungen (Lehrplan 21) in den Schulen gut umgesetzt werden. Wir Berufsschulen sind gut beraten, wenn wir die Erfahrungen der Oberstufenlehrer aufnehmen und im Rahmen der Berufsschule weiterführen.»

Blick in die Zukunft
Rolf Häner über seine Visionen: «Ein besonderes Anliegen ist uns, dass sich die Auszubildenden zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entwickeln, die sich in der immer komplexer werdenden Welt bewähren und wir so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaft und Gesellschaft leisten.» Dass weitere Berufe in Zukunft verschwinden werden, das weiss auch Rolf Häner, aber: «Technologische Entwicklungen werden auch künftig Jobs ersetzen. Sie werden, wie es in der Vergangenheit stets der Fall war, auch neue Arbeitsstellen schaffen.»