Psychokardiologie: Jasmin Ackermann, Psychologin

«Für Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten oder eine Herzoperation hatten, gibt es im Kantonsspital Aarau eine dreimonatige ambulante Rehabilitation mit Aufbautraining, Physiotherapie, Ernährungsberatung und psychologischer Begleitung. Bis zu 30 Prozent der herzkranken Menschen entwickeln Ängste und Verstimmungen, die einer Behandlung bedürfen. Wir übernehmen hier eine wichtige Aufgabe. Im Einzelgespräch erfolgt die psychologische Abklärung vor dem Hintergrund der Erfahrung mit der Herzerkrankung. Das psychologische Augenmerk wird besonders auf Stress und Rauchen gelegt. Beides sind wichtige Risikofaktoren für Herzerkrankungen. In Vorträgen erläutern wir das biopsychosoziale Erklärungsmodell für Stress und dessen Bewältigungsmöglichkeiten. Auch ein Stressbewältigungstraining in Kleingruppen bieten wir an. Ziel dieses Trainings ist das Erkennen persönlicher Stressquellen, eigene Verarbeitungsprozesse zu ergründen und hilfreiche Strategien zu erlernen. In der Rauchstoppberatung wird das Suchtverhalten analysiert und Veränderungsmöglichkeiten werden erarbeitet.»

Gynäkopsychiatrie: Dr. med. Karin Hofmann, Psychiaterin

«Die Gynäkopsychiatrie ist eine Spezialisierung, die sich mit der Wiederherstellung der psychischen Gesundheit von Frauen befasst, die im Zusammenhang mit Problemen im Bereich der Frauenheilkunde und Geburtshilfe auftreten. Hier sind eng weiblich spezifische Vorgänge gemeint, wie einerseits psychische Folgeerscheinungen bei schweren Formen des prämenstruellen Syndroms, bei Endometriose, Gebärmutterentfernung und vielem mehr. Anderseits stellen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett nicht nur für Frauen mit einer psychischen Erkrankung, sondern auch für zuvor gesunde Frauen eine ganz besondere Herausforderung dar. Zwischen 10 und 15 Prozent der werdenden oder neuen Mütter entwickeln eine Depression. Dabei ist nicht nur die psychische Gesundheit der Mutter beeinträchtigt. Eine Depression kann auch für die Partnerschaft, die Entwicklung des Kindes und das gesamte Familiensystem weit reichende Folgen haben. Eine spezialisierte fachärztliche Beratung beziehungsweise Behandlung ist darum besonders wichtig. Diese Beratung und Behandlung bieten wir auf individuelle Therapieziele abgestimmt an.»

Psychoonkologie: Claudia Matter, Psychologin

«Eine Krebserkrankung hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben von Betroffenen und deren Angehörigen. Betroffene sehen sich bei der Diagnosestellung und im Verlauf der Erkrankung mit zahlreichen körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen konfrontiert. Die Belastungen werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen und können dementsprechend eine Vielfalt von Gefühlen auslösen. Die Psychoonkologie befasst sich mit den psychischen Begleit- und Folgeerscheinungen einer Krebserkrankung und zielt darauf ab, die Betroffenen und ihre Angehörigen beim Umgang mit der Erkrankung und bei der Bewältigung der veränderten Lebenssituation bestmöglich zu unterstützen. Psychoonkologen – das sind Ärzte oder Psychologen mit einer entsprechenden Zusatzausbildung – bieten Begleitung in Form von Beratung oder Therapie an, und zwar in jeder Phase der Erkrankung sowie auch nach dem Abschluss der Behandlung. Das Angebot der Psychoonkologie umfasst Einzel-, Paarund Familiengespräche. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erhalten der bestmöglichen Lebensqualität sowie dem Stärken der persönlichen Ressourcen. »

Adipositassprechstunde: Dr. med. Andreas E. Mohl, Psychiater

«Krankhaftes Übergewicht (morbide Adipositas) ist heute leider häufig. Es kann zahlreiche Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Schlafapnoe oder Schmerzen nach sich ziehen. Oft bleibt zur Gewichtsreduktion nur eine sogenannt bariatrische Operation (Magen-Bypass, Schlauchmagen). Wir beraten und behandeln Betroffene im Rahmen einer interdisziplinären Sprechstunde zusammen mit Ernährungsberatern, Internisten, Chirurgen. Die Entstehung des Übergewichts, das Übergewicht selbst als auch die Veränderungen nach einer solchen Operation stellen psychische Belastungen dar. Nicht selten treten Depressionen auf. Dann bedarf es psychiatrischer Unterstützung. Zudem wird eine psychiatrische Abklärung vor bariatrischen Operationen vom Krankenversicherer verlangt. Wir widmen uns dabei jeder Patientin und jedem Patienten ausführlich und individuell, um den Weg zu einem gesünderen Leben mit weniger Kilos zu unterstützen. Nach der Operation bieten psychologische Fachpersonen unseres Teams den Menschen, die es benötigen, eine weiterführende Behandlung zur Stabilisierung an.»