Er ist etwas ausserhalb des grossen Trubels im Schachen angesiedelt. Der zweiteilige «Fachtest Allround» gehört zu jenen Turnfestdisziplinen, deren Namen einen Laien zuerst einmal ratlos zurücklassen. Beim ersten Spiel des Tests befördern die Turner einen Tennisball mit der Hilfe eines sogenannten Goba-Schlägers in einem abgesteckten Feld hin und her. Für jeden gefangenen Ball gibt es Punkte.

Der Fachtest ist fester Bestandteil des dreiteiligen Vereinswettkampfs und wird von einer stattlichen Anzahl Vereinen ausgeübt. Beobachtet man das bunte Treiben auf der offenen Wiese eine Weile, wird auch schnell klar, warum dem so ist. Die geforderte Maximalpunktzahl scheint im Fachtest auf den ersten Blick deutlich leichter zu holen als in anderen Disziplinen. Doch zu unterschätzen ist der Fachtest trotz allem nicht.

Ideal für Jung und Alt

Die Abläufe sind einstudiert und ein gewisses Ballgefühl braucht es, um Minuspunkte zu verhindern. So ist augenfällig, welche Turnvereine sich aktiv darauf vorbereitet haben und wer den Fachtest fatalerweise auf die leichte Schulter genommen hat.

Definitiv zur ersten Gruppe gehört der STV Villmergen. Der Turnverein mit Gründungsjahr 1887 ist am «Fachtest Allround» mit 30 Turnerinnen und Turnern am Start. In fünf Sechsergruppen treten die wild durchmischten Mannschaften an.«Der Fachtest ist eine super Disziplin, weil alle von jung bis alt mitmachen können», schwärmt ein älteres Mitglied des STV Villmergen von der eigenwilligen Turnfestsparte. Und wie bereitet man sich darauf vor? «Wir haben einmal wöchentlich im Rahmen des Turnvereintrainings für das ETF trainiert.»

Das Training hat sich zumindest für sein Sechserteam ausbezahlt. Im ersten Spiel des zweiteiligen Fachtests begehen die Villmerger kaum Fehler und behalten die Konzentration bis zuletzt hoch. Auch wenn sich die Zählweise einem turnfremden Zuschauer selbst nach einer geballten Ladung Fachtest noch nicht ganz erschliesst, überrascht das Ergebnis nicht: Die Turner werden dafür mit der Maximalnote zehn belohnt, die später zusammen mit den Resultaten der Pendelstafette in die Gesamtnote des Vereins einfliessen wird. Den Villmergern gelingt dabei das Kunststück, genau am Wettkampftag ihre Bestleistung abzurufen. «Im Training kamen wir nie auf diese Punktzahl», gibt der Villmerger Turner unumwunden zu.

Auch beim zweiten Teil des Fachtests läuft es dem besagten Sechserteam wie geschmiert. Beim «Beach» genannten Ballspiel, bei dem sechs Turner miteinander und ständig in Bewegung einen kleinen Ball in der Luft halten müssen, geben die Villmerger wiederum eine gute Figur ab. Und während die Temperaturen langsam, aber sicher in die Höhe schnellen, wähnt man sich an diesem Nachmittag im Schachen schon fast am Meer.