Mindestlohn-Streit

Giezendanner rächt sich an Gewerkschafter für seinen «Dreck»

Fuhrhalter Ulrich Giezendanner und sein Gewerkschaftsgegner Roland Schiesser

Fuhrhalter Ulrich Giezendanner und sein Gewerkschaftsgegner Roland Schiesser

Der Streit um Ulrich Giezendanners Löhne im Tessin geht in die nächste Runde. Der SVP-Nationalrat kanzelt seinen Unia-Antipoden in einem Mail ab und erteilt den Gewerkschaften Hausverbot.

«Danke für die Mail», schreibt Ulrich Giezendanner an Unia-Gewerkschafter Roland Schiesser. Nach dieser Einstiegsfloskel ist aber Schluss mit Freundlichkeiten. Im Mail, das der «Nordwestschweiz» vorliegt, schreibt Giezendanner weiter: «Am Tag nach Deiner „Geschenkübergabe" kam das wohl übelste Inserat von Deiner Seite gegen mich. Der erste Trost war sicher, dass Ihr sehr viel für diesen „Dreck" bezahlt habt. Gut so! Das Inserat war dann aber der „UNIA-Rohrkrepierer" der Woche. Ich habe noch nie so viele unterstützende Mails und Reaktionen erhalten. Super.»

Giezendanner meint das Inserat, das die Mindestlohn-Befürworter in der «Aargauer Zeitung» geschaltet haben. Giezendanner wird darin des Lohndumpings beschuldigt; die Gewerkschafter blieben aber den letzten Beweis schuldig. Giezendanner zahlt im Tessin einem italienischen Grenzgänger 3600 Franken plus Spesen. Die Gewerkschafter suggerierten aber, Giezendanner zahle unter 2000 Franken und sprachen von «Tieflohn-Skandal».

Das zahlt der Fuhrhalter aus Rothrist seinen Kritikern jetzt heim und erteilt ihnen Hausverbot.

«Dass wir in unserem Betrieb ein solche verlogene Gewerkschaft nicht empfangen, ist wohl klar. Wenn Ihr etwas über unsere Löhne wissen wollt, dann fragt die AZ, den BLICK oder das Tele M1. Diesen Journalisten haben wir die Lohnbücher offen gelegt.»

«Ich rede mit dir nur noch über Olivenölanbau»

Giezendanner poltert weiter: «Die Inseratenaktion hat zur Folge, dass nun auch das hinterste und letzte Astag-Mitglied weiss,
dass die Unia nie der Partner von Astag sein kann. Gar nie!»

Persönlich versöhnlich, aber in der Sache hart, schliesst Giezendanner sein Mail: Als Mensch Roland Schiesser gehe ich gerne wieder einmal mit Dir zum Mittagessen und rede mit Dir über Deine Villa und den Olivenoelanbau in Griechenland. Als Unia-Funktionär aber, will ich gar keine Konktakt mehr!» (roc)

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