Seit sagenhaften 20 Jahren ernährt sich Louis Champod (66) von Insekten, also von Ameisen, Maden und dergleichen.

Damit nicht genug: Nun will er einen Verein namens «Grimian» gründen um seine Ernährungsweise als Rettung für den Planeten zu propagieren, wie «Le Matin» berichtet.Am Paléo-Festival in Nyon 2008 hatte er gar einen Essensstand um seine Leibspeise populärer zu machen.

Ökologisch sinnvoll

«Entomophagie» nennt sich die Praxis des Verspeisens von Insekten. Und das ist gar nicht so abwegig, wie es für manchen auf den ersten Moment tönt.

Denn laut der Weltorganisation der UNO (FAO) essen heute bereits 65 Prozent der Weltbevölkerung Insekten. Wem in Thailand auf der Khao San Road schon mal einen Spiess mit Maden angeboten wurde, der glaubt dies sofort.

Am häufigsten landen Käfer, Raupen, Bienen, Wespen und Ameisen im Kochtopf. Champod findet, diese Tiere böten eine echte, «langfristige Alternative» zu herkömmlichen Proteinprodukten.

Denn so könnten die Treibhaus-Gase, welche durch die herkömmliche Fleischproduktion mit Schweinen oder Kühen entstehen, massiv gesenkt werden.

Zwischen zehn und hundertmal weniger Treibhaus-Gase würden durch Mehlwürmer im Vergleich mit Schweinen entstehen. Ausserdem seien Insekten gesund, reich an Balast- und Nährstoffen wie auch Eisen und Magnesium.

Hierzulande leider verboten

Trotz aller Vorzüge: In der Schweiz ist das Verspeisen von Insekten gesetzlich verboten. Die Verordnung über Lebensmittel tierischer Herkunft verbietet das Essen von Maden und Co. 

Bis es also Heuschrecken und Käfer im Migros zu kaufen gibt, liegt noch ein weiter Weg vor Louis Champod und Gleichgesinnten. (rhe)