Eines der Messgeräte im Norden der weitläufigen Anlage habe ein "hohes Niveau von Radioaktivität" registriert, teilte die Betreiberfirma Sellafield Ltd mit.

Die Radioaktivitätswerte lagen über den natürlich auftretenden Werten, doch "deutlich unterhalb" der Werte, die ein Einschreiten inner- oder ausserhalb der Anlage notwendig machen würde, hatte das Unternehmen zunächst mitgeteilt.

Anfangs wurde vorsichtshalber das Personal in der Atomanlage im Nordwesten Englands reduziert. Die Anlage laufe normal weiter, es habe aber lediglich das dringend benötigte Personal zur Arbeit erscheinen müssen, teilte der Betreiber mit.

Natürliche Radon-Hintergrundstrahlung

Am Abend hiess es dann in einer Erklärung, dass die von einem Innen-Messgerät aufgezeichneten erhöhten Werte keinem Austritt von Radioaktivität oder einem Problem des laufenden Betriebs "zurechenbar" sei. Nach Untersuchungen der Messwerte stehe fest, dass es sich um "natürlich auftretende" Radon-Hintergrundstrahlung handle, erklärte Sellafield Ltd.

Auch die britische Regierung hatte bei Bekanntwerden des Vorfalls in einer kurzen Stellungnahme erklärt, es gebe "keinen Grund davon auszugehen, dass der Vorfall schlimmer ist als er dargestellt wurde". Ein Mitarbeiter der Anlage, der ungenannt bleiben wollte, sagte, die Beschäftigten seien nicht über die Art des Vorfalls informiert worden. Am Montag sollte die volle Schichtstärke wieder erreicht werden.

Die Anlage in Sellafield ist der älteste und grösste Atomkomplex in Europa. Seit 2003 wird dort kein Strom mehr produziert. Die Anlage wird statt dessen zur Lagerung nuklearer Abfälle und zur Wiederaufbereitung benutzter Brennelemente verwendet.