Aarau

Geraten die Fans des FC Aarau und des FC Luzern aneinander?

Die FCA-verantwortlichen hoffen, dass die Fans ruhig bleiben und die Polizei nichteingreifen muss. az

Die FCA-verantwortlichen hoffen, dass die Fans ruhig bleiben und die Polizei nichteingreifen muss. az

Der Andrang auf das Cup-Viertelfinal ist gross, doch den Fans aus Luzern stehen zu wenig Tickets zur Verfügung. Das Risiko besteht, dass sich die Fanparteien vermischen.

Dies vorneweg: Es gibt für einen Fussballverein Leichteres, als ein Spiel in einem infrastrukturell veralteten Stadion wie dem Brügglifeld auszutragen. Auch deshalb ist es im Vorfeld des Cup-Viertelfinals zwischen dem FC Aarau und dem FC Luzern (Samstag, 12. Dezember, 18 Uhr) zu Nebengeräuschen gekommen. Am Mittwoch veröffentlichte die Fanvereinigung United Supporters Luzern (USL) ein Statement. Darin forderte sie den FC Aarau auf, den Gästesektor zu vergrössern.

Was war der Auslöser für diesen Appell? Der FC Aarau hatte der Luzerner Fanarbeit 700 Tickets für den Gästesektor im Brügglifeld übergeben. Nicht nur, weil die beiden Equipen den Cup-Halbfinal erreichen können, sondern auch aufgrund des Derby-Etiketts, das dieser Begegnung anhaftet, waren die Tickets innert kürzester Zeit verkauft.

Es gibt klare Anzeichen, dass mehr Luzerner diesem Spiel beiwohnen werden. Auch deshalb liess die USL verlauten: «Mit jedem Tag der Untätigkeit steigt die Anzahl jener FCL-Fans, die sich mit Tickets für Heimsektoren eindecken.»

Die Durchführung einer Veranstaltung wie des Schweizer Cup-Viertelfinals zwischen dem FCA und dem FC Luzern ist im Kanton Aargau bewilligungspflichtig. Im Rahmen dieses Bewilligungsverfahrens werden vonseiten der Kantonspolizei an den Veranstalter diverse Auflagen gestellt. Diese sehen unter anderem die Begrenzung der Kapazität im Gästesektor auf 1000 Zuschauer vor. Massgebend dabei sind die Vorgaben in Bezug auf Fluchtwege.

Bereits am Donnerstagnachmittag wollte sich niemand mehr beim FCA zu den Themen Ticketing und Gästesektor äussern. Stattdessen liess der Klub via Communiqué verlauten, dass die aktuelle Situation am Donnerstag nochmals erörtert wurde.

Bei diesen Gesprächen nahmen Kantonspolizei, Sicherheitsverantwortliche des FC Luzern und des FC Aarau sowie Fan-Vertreter beider Klubs teil.

Als weiteres Vorgehen wurde beschlossen, dass zu den bereits ausgegeben 700 Tickets weitere 100 Eintrittskarten an die Luzerner Fanarbeit übergeben werden. Zusätzliche 200 Billetts seien über den elektronischen Vorverkauf abgesetzt worden.

Der Gästesektor ist damit praktisch ausverkauft: Es stehen nur noch vereinzelte Karten zur Verfügung. Wie der FC Aarau mitteilen lässt, bedeutet dies sowohl für den Gästesektor als auch für die Tribüne, dass am Spieltag keine Tickets mehr erworben werden können.

Erinnerungen an den Mai 2014

Das Risiko besteht, dass sich die Fan-Lager vermischen. Was dies bedeuten könnte, skizziert die Fanvereinigung der Luzerner so: «Je nach Spielverlauf drohen verbale oder gar handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen den im selben Sektor befindlichen Luzerner und Aarauer Fans.»

Ob eine Erweiterung des Gästesektors die Ausschreitungsgefahr reduzieren würde, ist allerdings fraglich. Als der FC Aarau letztmals eine solche Vergrösserung vollzog, kam es im Mai 2014 nach dem Meisterschaftsspiel gegen den FC Basel zum Platzsturm der Basler Fans.

Die Forderung der Luzerner Fans nahmen die Verantwortlichen des FC Aarau zur Kenntnis. «Dass man per se annehmen muss, dass es in gemischten Sektoren zu Schlägereien kommt, ist eine bedenkliche Entwicklung», sagt Aaraus Medienchef Remo Conoci gegenüber «zentralplus», dem Zentralschweizer Online-Magazin. Das stimmt zwar, löst aber das Problem nicht. «Eine Vergrösserung des Gästesektors liegt nicht nur in den Händen des FC Aarau», erklärt Conoci weiter.

Dass das Kontingent für die Gäste auf 800 Fans erweitert werden konnte, ohne dass die Sicherheitsauflagen damit tangiert werden, wertet die Luzerner Fanvereinigung als Teilerfolg.

Die Kassen des Heimsektors sowie die Eingänge des Stadions werden 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet. Der FCA bittet die Zuschauerinnen und Zuschauer, «für die Anfahrt ins Brügglifeld genügend Zeit einzurechnen und nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Es sei an den Eingängen mit längeren Anstehzeiten zu rechnen.

Im Übrigen teilten die Verantwortlichen des FCA bereits am Donnerstag mit, dass das Stadion ab sofort geschlossen sei und zum Thema Tickets und Gästesektor keine weiteren Stellungnahmen mehr abgegeben würden.

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