Die Freude bei den Schweizer Nationalspielern über den 2:0-Sieg im Ullevaal-Stadion fiel in den Minuten nach dem Schlusspfiff zurückhaltend aus.

Das Warten auf die Resultate der beiden später angepfiffenen Gruppenspiele in Zypern und Island liess keine Euphorie aufkommen.

«Das war mit Sicherheit ein grosser Schritt. Freuen dürfen wird uns aber erst, wenn die Qualifikation definitiv geschafft ist», sagte Diego Benaglio. Der Torhüter sprach von einer grossen Erleichterung und von Zufriedenheit.

(Quelle: Youtube.com)

Fabian Schär trifft zweimal

Sein Team habe sich nach dem 4:4 gegen Island nicht aus der Ruhe bringen lassen und die geforderte Reaktion gezeigt. «Ich denke, der Sieg war mehr als verdient. Wir waren klar das bessere Team», so Benaglio.

Disziplin als Schlüssel zum Erfolg

Zurückhaltend und gleichzeitig erfreut analysierte auch der Basler Valentin Stocker das Spiel. Man habe sehr diszipliniert gespielt und Norwegen nie ins Spiel kommen lassen. «Das war sicherlich der Schlüssel zum positiven Resultat.»

Von einem Gegner, der unbedingt drei Punkte gebraucht hätte, habe er allerdings ein wenig mehr erwartet. «Uns kann das aber egal sein. Ich freue mich für meine Mannschaft und unsere Fans. Es ist unglaublich, wie viele uns hier in Oslo unterstützt haben – und das nach dem enttäuschenden Resultat am Freitag. Dafür können wir uns nur bedanken», so Stocker.

Matchwinner Frei: «Ganz gut gelungen»

Extrem froh sei er, dass ihm ein gutes Spiel gelungen sei, erklärte kurze Zeit später Doppeltorschütze Fabian Schär. «Jeder versuchte sein Bestes zu geben. Heute ist das dem Team und mir ganz gut gelungen.»

Dass er mit seinen beiden Kopfballtreffern am Ende der Matchwinner war, mochte er nicht überbewerten. «Die komplette Mannschaft hat über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung gezeigt. Wir sind als Team aufgetreten und haben füreinander gekämpft. Damit haben wir uns den Sieg verdient», so Schär. Seinen beiden Treffern seien super Flanken von Gökhan Inler vorausgegangen. «Ich musste nur noch den Kopf hinhalten.»

Dass er in der laufenden Ausscheidungskampagne trotz erst zwei Pflichtspielen bereits zu den erfolgreichsten Torschützen der Nationalmannschaft gehört, sei erfreulich, aber nicht entscheidend. «Im Moment stehe ich halt immer am richtigen Ort. Natürlich bin ich froh, dass es mir so gut läuft. Es kann ruhig so weitergehen.»

In den Trainings habe man die Standardsituationen einstudiert. «Im Spiel braucht man immer auch Glück, dass es so gut funktioniert.»

Auch Stephan Lichtsteiner sprach von einer reifen und geschlossenen Teamleistung. Das sei der Ursprung des Erfolgs gewesen. Genauso urteilte Steve von Bergen. Das Team sei nach dem Spiel gegen Island ruhig geblieben und habe die Antwort auf dem Rasen gegeben, erklärte er.

Haris Seferovic freute sich über den 2:0-Sieg, mochte die WM-Qualifikation aber nicht verschreien. Noch sei die WM nicht definitiv erreicht. Der Stürmer erklärte, dass die Schweiz als homogene Mannschaft aufgetreten sei und den Gegner dominiert habe. «Wir wollten die drei Punkte unbedingt, und wir haben sie gewonnen.» Seine Mannschaft habe in der Verteidigung konzentriert gespielt und vorne die Tore gemacht. Dass er wie gegen Island trotz einer erstklassigen Möglichkeit erneut leer ausging, war Seferovic egal. «Wer die Tore erzielt, ist unwichtig. Entscheidend war, dass wir sie gemacht haben.»