Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht? Kalter Kaffee ist das Trend-Getränk des Sommers. Pur, auf Eis oder mit Tonic und anderen Zutaten gemischt hat der Cold Brew die Schweiz erobert. Er ziert die Menükarte von Cafés, Bars und Restaurants. Und auch zu Hause wird immer mehr kalter Kaffee getrunken.

Die Herstellung ist denkbar einfach. Man nehme Kaffee in einem Verhältnis von einem Teil Kaffee zu zehn Teilen Wasser, also zum Beispiel 10 g Kaffee auch 100 ml Wasser. Der Kaffee wird in eine Tasse oder Stempelkanne gegeben. Anschliessen ein Viertel des Wassers heiss aufgiessen und umrühren. Dann die restlichen drei Viertel des Wassers kalt hinzufügen. Das Ganze erneut umrühren und für mindestens sechs Stunden und bis zu 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Anschliessend wird die Flüssigkeit durch ein Kaffeefilterpapier gegossen, um den Kaffeesatz von der Flüssigkeit zu trennen. Fertig ist der Cold Brew.

Gründe für den Erfolg des Cold Brews gibt es viele. Zum einen schmeckt dieser Kaffee ganz anders als andere Kaffeegetränke. Unser Geschmack ist von Trinkerfahrungen, Gewohnheiten und somit Erwartungen geprägt. Wenn wir einen Espresso probieren, der ganz anders schmeckt als der «Gewohnheitsespresso», dann wird der eher mit Vorsicht genossen. Der Cold Brew hat hier einen Riesenvorteil, weil er sich nicht gut in das Raster der bekannten Kaffeegetränke einordnen lässt. Er ist kalt oder sogar eiskalt, sehr süss, fruchtig und hat je nach Kaffee eine alkoholähnliche Note. Im Mund fühlt er sich sämig-seidig an.

Der Cold Brew lässt sich fantastisch als Basis für Cocktails mit oder Alkohol verwenden. Ein Cold Brew Tonic bestehend aus einem Drittel Cold Brew und zwei Dritteln Tonic und verbindet ganz wunderbar die Bitterkeit des Tonics mit dem fruchtig-bitteren Cold Brew. Ein feiner Gin kann das abrunden und die Wacholdernote passt, wenn gut gewählt fantastisch zum Kaffee aus Äthiopien.

Es bedeutet relativ wenig Aufwand, grössere Mengen Cold Brew zu brühen. Dieser lässt sich anschliessend im Kühlschrank problemlos einige Tage aufbewahren, und das bei fast gleichbleibender Qualität. Der Cold Brew kann auch zum Eiswürfel gefroren werden und dann griffbereit auf Milch serviert. So eignet sich der Cold Brew natürlich ausgezeichnet für die Gastronomie. Gerade wenn sich zum frühen Nachmittagsespresso die Produktionsschlange an der Kaffeemaschine staut, ist ein Cold Brew im Tumbler in wenigen Sekunden servierbereit und sieht ausserdem toll aus. Gebrüht wird in Phasen, wenn einmal nicht viel los ist.

Den Experimentiermöglichkeiten sind wirklich kaum Grenzen gesetzt. Besonders gut sind Kaffees geeignet, die selbst Charakter haben und nicht zu dunkel geröstet sind.
Inspirationen zu zahlreichen Cold-Brew-Rezepten gibt es auch auf dem Kaffeemacher-Blog. Viel Spass beim Ausprobieren.