Pfötli-Blog

Nonverbale Kommunikation mit Einsatz ganz vieler Worte

Schade, dass der Schnee schon fast wieder weg ist.jpg

Schade, dass der Schnee schon fast wieder weg ist.jpg

Sich einen Vorsatz nehmen ist das eine, sich daran halten das andere. Es braucht eigentlich wenig Worte, um einen Hund etwas zu verstehen zu geben. Leider halte ich mich nicht immer daran und überschütte die Vierbeiner mit viel «Bla-Bla-Bla.»

Erst in meinen letzten Blog-Eintrag habe ich damit geprahlt, bei der Erziehung meiner Vierbeiner nicht auf viele Worte als vielmehr auf die nonverbale Kommunikation zu setzen. Statt langer Sätze die Körpersprache sprechen zu lassen. Von wegen! Ein bereits zwei Wochen zurückliegendes Beispiel zeigt das Gegenteil auf. Es hatte zur Freude von ganz vielen – auch den Vierbeinern gefällts - geschneit. Die Hunde brachten diese Freude mit ausgelassenem Toben im Schnee zum Ausdruck. Dazu gehörte Wälzen, Nase-durch-die-Schneeschicht-schieben und vieles mehr.

Beim späteren, etwas sehr aufgeregten Spaziergang – ich hatte die Hunde an der Leine – störte ich mich irgendwann an mir selber. Und zwar an meinem ständigen Schwatzen. Von wegen nonverbal. „Skyna, reiss nicht so. Es ist eisig und wenn ich hinfalle, tue ich mir weh!“ „Halt, wartet, da vorne wollen wir rechts abbiegen, nicht gerade auslaufen!“ (Laufleine gibt Bewegungsspielraum). „Oh, Du armes Mädchen, kannst Du nicht mehr laufen. Komm gibt Pfötchen.“ An allen vier Pfoten bis unter die Achsel hängen der Cocker-Spaniel-Dame dicke, eisige Schneeballen im Fell. Ein Vorwärtskommen ist sehr mühsam, kaum noch möglich.

Also setzt sie sich hin und streckt mir die Pfote hin. Mehr braucht es nicht, ich habe verstanden. Ob sie dann mich versteht, während ich versuche, das Gröbste zu entfernen, bin ich mir nicht sicher. Wahrscheinlich kommt mein mitfühlendes Geschwätz bei ihr nur als nicht endend wollendes "Bla-Bla-Bla“ an. Was mich beim Weiterlaufen aber nicht daran hindert, weiter auf den Cocker-Spaniel einzureden. „Geh jetzt nicht gleich wieder in den Schnee. Du weisst doch, was sonst passiert.“ Ungeachtet meiner Worte tat es die Hündin doch, um sich gleich wieder hinzusetzen und mir ihre Schneekugeln übersäte Pfote hinzuhalten.

Dieses Mal tat sie es aber mit einem lauten Bellen. Wahrscheinlich hat sie sich an mir orientiert und für sich entschieden, für einmal nicht nur auf die Körpersprache und die nonverbale Kommunikation zu setzen. Bei jeder Pfote, die ich vom Schnee befreie, wird das Bellen lauter und steigt in höhere Tonlagen.

Ich entscheide mich, den Nachhauseweg wirklich wortlos unter die Füsse zu nehmen. Was – wen erstaunts – dazu führt, dass die Hunde schön neben mir herlaufen, nicht links und rechts in den Schnee ausweichen. Und was ganz toll ist, die Hundedame Skyna unterlässt ihr nerviges, hohes Bellen. Fast dünkt mich, sie hat ein Grinsen im Gesicht.

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