Lieber Hüsnü, meine Frau und ich sind seit 51 Jahren verheiratet. Wir reden immer dasselbe, essen immer dasselbe, und wir unternehmen immer dasselbe. Es gibt keine neuen Themen, keine neuen Wege, keine neuen Erlebnisse. Ich bin müde von uns beiden. Kann man das überhaupt noch ändern, oder soll ich die Zeit absitzen, bis einer von uns stirbt?»

Peter, 73, Basel.

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Lieber Herr Peter, tut mir sehr, sehr Leid, so etwas man kann nicht änderen. Müsst ihr beide sterben und vorher genau so Tschüss und Gute Nacht sagen wie immer. Dann jede Tag, jede Stunde nebeneinander liegen. Aber diesmal nicht nur 51 Jahre, sondern 51 Millionen Jahre mal 51.

Musste ich an mein Mutter denken, wo ist immer schöne und entelligente Frau gewesen. Hat sie eine grosse, schwere Spiegel im ihre Schlafzimmer, wo kann sie immer schauen und geniessen ihre Schönheit. Aber eine Tag, mein Mutter bringt dem Spiegel zurück im Geschäft, wo hat sie vor 28 Jahre gekauft. «Diese Spiegel ist kaputt, bitte nehmen Sie retour und behalten Sie auch der Geld. Ich will nicht mehr im meine Haus haben.» Der Spiegelverkäufer, Herr Salih, wo ist selber auch alt geworden, sagt: «Guten Tag, Frau Necla, sind 28 Jahre gekommen und gegangen, und vielleicht Sie haben gesehen, verkaufe ich gar keine Spiegel mehr, sondern Brot.» «Ja, und was soll ich machen? Habe ich keine 28 Jahre alte Brot zum zurückgeben, darum Sie müssen der Spiegel nehmen.»

Dann kommt der junge Tochter vom Herr Salih und sagt: «Was ist das für eine komische Gespräche? Kann ich vielleicht helfen?» Mein Mutter sagt: «Diese Spiegel ist kaputt. Schaust du mal selber rein.» Die junge Frau schaut und sagt: «Ich sehe dem Geschäft vom meine Vater, ich sehe viele Brot, paar Torte, ganz hinten ich sehe dem Fenster und dem Strasse, wo spaziert der Frau Sevim, und hier ich sehe mir selber stehen und reden zu Ihnen, Frau Necla.» «Aha», sagt mein Mutter, «das ist Unterschied. Wann ich schaue, der Spiegel zeigt nur ein alte, dicke Frau mit müde Gesicht, wo ausseht wie ein Lederpantoffel.» «Dann Sie müssen neue Augen kaufen», sagt der junge Frau Bäckerin, «weil hier gibt es kein Lederpantoffel. Gibt es ein schöne alte Dame, wo versucht, böse zu schauen, aber ganze Quartier weiss, ist gute Mensch mit grosse Herz und schöne Gesicht.»

Mein Mutter sagt: «Oho. Und das siehst du im diese Spiegel?» «Natürlich.» «Dann vielleicht der Spiegel ist nicht total kaputt, sondern muss man nur bisschen Staub wegputzen.» «Unsere Ware immer ist Qualitätsware», sagt der Bäckerin, «und übrigens haben wir Aktion frische französische Bagette und Vanilia-Torte zum Probieren.» Mein Mutter, wo liebt dem Vanilia sehr, probiert und kauft paar Torte und vergesst fast dem Spiegel dort, aber zum Glück sie mitnehmt wieder. Bis heute steht im ihre Schlafzimmer.

So, liebe Herr Peter, du bist die kaputte Spiegel vom dein Frau, und sie ist vom dir. Man kann euch beide wegwerfen und warten bis kommt Müllwagen. Oder man kann dem Staub wegmachen und noch mal reinschauen.

Viel Glück euch beide.