Doch, doch, es war alles bestens – eigentlich: Eine gemütliche Gaststätte, absolut kein Dichtestress, freundlicher Empfang, aufmerksame Bedienung, gutes Essen, feiner Wein, das Tischgespräch anregend …

Weshalb also das relativierende Anhängsel «eigentlich»? Nun, dieses hat sich erst gestern über Mittag bemerkbar gemacht. Völlig unvermittelt. Ziemlich schräg das Ganze, immerhin sind fast zwei Wochen verstrichen, seit besagtem Abendausflug aufs Land.

Sachen gibt es manchmal. Passiert ist es im Grossverteiler: das Einkaufswägeli voll mit Mineralwasser. Immer schön sechs Flaschen verschweisst in eine Plastikhülle. In jeder Flasche 1,5 Liter bestes Blöterliwasser, reich an gesunden Stoffen der Natur (so ein Testbericht). Also pro Pack 9 Liter. Mal sechs bedeutet, insgesamt wurden 54 Liter Erfrischung herumgekarrt.

Ja, ich weiss, man kann unser Leitungswasser auch zu Hause mittels Patronen aufmotzen und sich die Schlepperei ersparen. Doch dann müsste ich fürs Krafttraining in ein Fitnesszentrum gehen. Will ich nicht, Sport mag ich nur Outdoor.

Macht doch Spass, die Wasser-Sixpacks mit ausgestreckten Armen über den Parkplatz zu wuchten. Aber darum geht’s gar nicht.

Sondern vielmehr um den Aha- und Grrr-Effekt an der Ladenkasse: Für die 54 Liter bezahlte ich lumpige Fr. 8.70! Sie ahnen wohl, was jetzt kommt… im Restaurant, ratterte es im Rechenzentrum des Kopfes, hätte die gleiche Menge Mineral sagenhafte 513 Franken gekostet.

O. k., es waren schliesslich nur zwei Liter, man musste diese nirgends selber holen gehen und eingeschenkt wurde das Wasser obendrein. Wir durften bloss noch das Glas eigenhändig zum Mund führen und trinken. Doch, doch, es war alles bestens – eigentlich.

theodor.eckert@azmedien.ch