Aesch Selbst Polizeisprecher Meinrad Stöcklin muss leer schlucken, wenn er über die Folter am neunjährigen Zwerghasen Jerry spricht: In seinem Gehege im Garten eines Mehrfamilienhauses an der Jurastrasse in Aesch wurde das Tier am Freitag zwischen 16 und 17 Uhr mit Backsteinen und Bodenplatten heftig misshandelt und dann darunter lebendig begraben. Der Tierarzt konnte das Tier aufgrund der schlimmen Verletzungen nur noch einschläfern.

Die Familie erstattete Anzeige gegen unbekannt; die Polizei sucht deshalb dringend Zeugen. Über die Täter ist allerdings noch nichts bekannt; genauso spekulativ ist die Frage nach den Motiven der Täter: Es ist nicht bekannt, ob sie mit dem 16-jährigen Besitzer des Hasen bekannt waren.

Tierquäler quälen auch Menschen

Für genauso verwerflich wie Stöcklin hält Beatrice Kirn, Geschäftsleiterin von Tierschutz beider Basel, die Tat: «Dafür gibt es keine Entschuldigung, egal, ob die Täter Kinder, Jugendliche oder Erwachsene waren.» Die Tortur von Jerry sei ein «extremer Fall», der nicht häufig im Baselbiet vorkomme. Allerdings sei die Dunkelziffer hoch; oft würden Tierquäler nie gefasst. Der öffentliche Aufruf der Polizei macht Kirn jedoch Hoffnung: Oft habe der Tierschutz schon durch zufällige Zeugen Besitzer von ausgesetzten Hunden ermitteln können.

Die Mörder von Jerry sollten nach Ansicht Kirns so bestraft werden, «dass es wehtut». Sollten es tatsächlich Jugendliche sein, fordert Kirn Sozialstunden mit körperlicher Arbeit: «Bussen haben keine Wirkung, wenn sie von den Eltern bezahlt werden.» Denn für Kirn ist klar: Wer einem Tier solche Qualen bereiten könne, der könne das auch einem Menschen antun. Deshalb handle es sich nicht um einen Lausbubenstreich: «Auf den Pausenhöfen nimmt die Aggressivität immer mehr zu. Heute tritt man auf die ein, die bereits am Boden liegen.»

Mit dem Jugendtierschutzclub versuche der Tierschutz beider Basel, den Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren zu lehren: «Wir zeigen ihnen, dass die Tiere genauso hilflos sind wie Kinder. Kinder haben durchaus eine Vorstellung davon, was es bedeutet, zum Beispiel drei Tage ohne Essen zu sein.»