Tiefencastel
Zwei Japaner, ein Australier und acht Schweizer bei Bahnunglück verletzt

Die Rhätische Bahn hatte am Mittwochmittag Glück im Unglück: Ein Zug fuhr bei Tiefencastel auf einen Erdrutsch auf, worauf drei Waggons entgleisten. Elf Personen wurden laut Polizei verletzt.

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Rettungsleute und die Polizei koordinieren die Einsätze im Bahnhof in Tiefencastel
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Reisende des Unglückzugs warten nach ihrer Bergung auf den Weitertransport im Bahnhof in Tiefencastel
Reisende des Unglückzugs besteigen nach ihrer Bergung ein Postauto für den Weitertransport im Bahnhof in Tiefencastel
Die verunfallten Bahnwagen der Rhätischen Bahn bei Tiefencastel
Zug der Rhätischen Bahn entgleist bei Tiefencastel
Die verunfallten Bahnwagen der Rhätischen Bahn bei Tiefencastel Der Zug war um 12.30 Uhr auf einen Erdrutsch aufgefahren, worauf drei Waggons entgleisten.
Einer der Wagen stürzte etwa 20 Meter vom Trassee und blieb im Steilhang der Schinschlucht an Bäumen hängen.
 Die Rüfe, die am Mittwochvormittag talwärts gerutscht war, hatte die Schienen zwischen zwei Tunnels auf einer Länge von 15 Metern verschüttet
Blick von weitem auf die Unglücksstelle
Das Unglück ereignete sich zwischen zwei Tunnels. Die Strecke verläuft entlang eines Sees.
Im Zug befanden sich 140 Passagiere. Sie wurden durch den hinteren der beiden Tunnels in Sicherheit gebracht.
Elf Personen wurden laut Polizei verletzt.
Rega und TCS mit mehreren Helikoptern vor Ort
Rettungsteam im Einsatz
Rega und TCS mit mehreren Helikoptern vor Ort
Eine der verletzten Personen wird transportiert
Die Verletzten wurde ins Spital gebracht

Rettungsleute und die Polizei koordinieren die Einsätze im Bahnhof in Tiefencastel

Keystone

Die Rhätische Bahn hatte am Mittwochmittag Glück im Unglück: Ein Zug fuhr bei Tiefencastel auf einen Erdrutsch auf, worauf drei Waggons entgleisten. Elf Personen wurden laut Polizei verletzt. Eine Zeitlang wurde befürchtet, einer der Wagen sei in die Schlucht gestürzt.

Bei den Verletzten handelt es sich laut Polizei um zwei Personen aus Japan, einen Australier und acht Schweizer. Fünf Personen wurden schwer verletzt, sechs leicht. Sie wurden von der Rega und per Ambulanz in umliegende Spitäler gebracht.

Der Zug von St. Moritz nach Chur war um 12.30 Uhr kurz nach Tiefencastel zwischen zwei Tunnels auf einen Erdrutsch aufgefahren. Laut Polizeiangaben entgleisten drei Waggons. Im Zug befanden sich etwa 140 Passagiere.

Riesiges Glück hatte die Bahnreisenden im ersten Wagen nach der Lokomotive. Gemäss Angaben eines Passagiers stürzte dieser Wagen etwa 20 Meter vom Trassee und blieb im Steilhang der Schinschlucht an Bäumen hängen. Die Fahrgäste wurden von Rettungsleuten am Boden aus ihrer misslichen Lage befreit.

Bundesratssprecher André Simonazzi wünschte den Verletzten im Namen der Landesregierung über Twitter gute Besserung.

Rüfe nach intensiven Regenfällen

Die Rüfe, die nach einem intensiven Regen am Mittwochvormittag talwärts gerutscht war, hatte die Schienen zwischen den zwei Tunnels auf einer Länge von 15 Metern verschüttet. Der Schutt türmte sich stellenweise bis zu drei Meter hoch auf.

Die Fahrgäste waren vom RhB-Personal durch den hinteren der beiden Tunnels in Sicherheit gebracht worden. Postautos fuhren die Bahnpassagiere anschliessend nach Tiefencastel, wo sie betreut und verpflegt wurden. Danach wurden die Passagiere in Bussen weitertransportiert.

Entgegen anfänglichen Befürchtungen war keiner der Wagen tief in die Schlucht hinunter gestürzt. Sanitäter betreuten Passagiere, die unter Schock standen. Laut Kantonspolizei Graubünden sind alle Passagiere geborgen, und niemand wird vermisst.

RhB-Chef: Schutzengel fuhr mit

Der Bündner Ständerat und RhB-Verwaltungsratspräsident Stefan Engler, der in der Nähe von Tiefencastel wohnt, war sofort an den Unfallort gereist. Engler sagte zur Nachrichtenagentur sda, beim Unfall sei grossen Glück im Spiel gewesen. Und trotz allem sei ein "Schutzengel" im Zug mitgefahren.

Der Zugunfall hatte ein grossen Aufgebot an Rettungskräften ausgelöst. Im Einsatz standen rund 180 Rettungskräfte - unter anderem von Feuerwehr, Rega, Sanität und Alpiner Rettung. Auch Taucher, ein Care Team, die Kantonspolizei Graubünden sowie Mitarbeitende der Rhätischen Bahn standen im Einsatz.

Gefahr von Rutschungen noch nicht gebannt

In der Region um Tiefencastel hat es am Mittwoch stark geregnet. Dies habe zweifelsohne zum Hangrutsch geführt, der den RhB-Zug erfasste, sagte ein MeteoSchweiz-Sprecher auf Anfrage. Die Böden in dieser Region seien vom vielen Regen der vergangenen Wochen gesättigt und könnten nicht noch mehr Wasser aufnehmen.

In zwölf Stunden fielen in der Unglücksregion zwischen 50 und 60 Liter pro Quadratmeter Regen. Dies sei "ausserordentlich viel". Diese Menge entspreche der Hälfte des gewöhnlichen Niederschlags im Monat August.

Gemäss Bündner Polizei hat sich die Lage mit dem Nachlassen des Regens etwas entschärft. Die Gefahr von Rutschungen und Hangmuren sei aber nach wie vor vorhanden. Das Amt für Wald und Naturgefahren verfolge die Lage laufend.

Die Albulalinie bleibt voraussichtlich für rund zwei Tage gesperrt.

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